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Coldplay in Hannover - Chris Martin auf der Bühne.© Wilde

Konzert

Coldplay heiß auf Hannover

47.000 Fans feiern Coldplay in Hannover. Die britische Band tauchte die HDI-Arena in ein Meer aus Konfetti.

Hannover. Da ist, sofort, dieses Gefühl. Kein Tag scheint vergangen seit 2012, als Chris Martin und seine Band Coldplay das letzte Mal hier aufspielten. 47 000 Menschen (ausverkauft) sind dieses Mal gekommen, um mit den Briten wieder auf diese Reise zu gehen, in diesem Fall durch einen Kopf voller Träume, so heißen Album und Tour: „A Head Full of Dreams“. Und diese Träume sind wie die vor fünf Jahren: groß, wunderschön komponiert – und von leuchtenden Armbändern begleitet. Jeder hat eins am Einlass der HDI-Arena erhalten, und jedes leuchtet im Takt der doch bemerkenswerten Setlist des Abends. Wie vor fünf Jahren.

Martin und seine Mannen beginnen den Abend mit „O mio babbino caro“, einer Arie aus der Oper „Gianni Schicchi“, dann geht es in den tourtitelgebenden Song. Sofort ist auch das wieder da, was Coldplays Musik ausmacht. Dieses Schwebende, diese Songs, die einem unter die Arme greifen und einen hochziehen, „Lebe!“ rufen. Dieses Erhebende ist das, was frühe Fans heute oft als Oberflächlichkeit ansehen – was zu vielen gefällt, kann nicht mehr viel bedeuten. Andererseits: Können diese Augen lügen? „Vielen Dank, dass Ihr uns Eure Freitagnacht schenkt hier in Hannover. Wir wollen das beste Konzert ever spielen“, ruft Chris Martin glücksbeseelt.

Richtig ist, dass Coldplay sich schon längst aus dem Musikalltag erhoben haben, in dem der nächste Hit über die Zukunft eines Projekts entscheidet. Die Band ist so groß geworden, dass sie den Rest ihrer Zeit Stadien füllen wird, egal, dass doch verhältnismäßig viele das letzte oder gleich die letzten Alben „eigentlich nur so lala“ fanden. Bands wie U2 und die Rolling Stones hatten seit Jahren nicht mehr diesen großen Song, den die ganze Welt kennt, auf ihren Platten – und spielen trotzdem immer vor vollem Haus.

Coldplay wollen offenbar auch gleich beweisen, dass sie ihre Wurzeln, diesen melancholischen Britpop, nicht aufgegeben haben. Gleich der zweite Song „Yellow“ nimmt Hannover mit ins Jahr 2000, als dieser irgendwie durchschnittlich aussehende Typ im Video am Strand im Regen spazierte und über die Sterne sang, wie schön hell sie scheinen.

Hell scheint alles an dieser Show. Feuerwerk vom ersten Song an, Konfettikanonen, als wolle man den Rekord für die meisten Papierschnipsel pro Stunde brechen, die Armbänder. Und Martin, der zwar viele Fans hier verärgert hatte, weil sie ihn bei einem Videodreh in Hannover 2016 gar nicht zu Gesicht bekamen, aber eben auch so charismatisch ist, ein Duracell-Hase mit aus der Gesäßtasche hängender Deutschlandfahne. So ein Kumpeltyp, nur halt leicht überdreht.
 Anders als neulich in München holt er zwar keinen aus dem Publikum auf die Bühne, um mit ihm „Everglow“ zu spielen, dafür nimmt er aber alle mit auf eine Pop-Wanderschaft, zum traurigen „Fix you“, zum wunderschönen „Clocks“, zum theatralischen „Viva la Vida“. Viele Hits, viele neue Songs, viel von allem, alles super.

Gleichzeitig, das muss man dann auch sagen, hat die Band auch irgendwie ihren Höhepunkt erreicht, verweilt vorerst auf diesem Niveau. Die Armband-Nummer war schon mal, aber natürlich wirkt sie auch dieses Mal wieder beeindruckend und schafft eine Einvernehmlichkeit, eine Ganzheitlichkeit im Publikum, die kaum reproduzierbar ist auf später sicher erscheinenden DVDs oder Live-Alben. Das ist vielleicht das größte Problem Coldplays, dass sie bereits so erhebend, so perfekt, so allumfassend beglückend inszeniert ist, dass eine Steigerung kaum möglich erscheint. Letzlich ist sie dieses Mal im Vergleich zum letzten Hannover-Gastspiel schon nicht gelungen. Allerdings leidet man auf diesem Niveau ja gern an Wiederholungen. Und in Sachen Leuchtebändchen: Aller guten Dinge sind drei. Bis bald, Coldplay.


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