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Meine Stadt City-Polizei nur bis 22 Uhr: Kritik am Konzept
Hannover Meine Stadt City-Polizei nur bis 22 Uhr: Kritik am Konzept
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00:17 25.08.2017
Der Andreas-Hermes-Platz ist ein beliebter Treffpunkt für Trinker.   Quelle: Rainer Droese
hannover

 Wenn abends die Trinker kommen, macht der Ordnungsdienst Feierabend: Der Bezirksrat Mitte lehnt das Sicherheitskonzept von OB Stefan Schostok kategorisch ab.

Im Juni hatte Schostok das Papier der Stadt Hannover gegen Alkoholgelage, aufdringliche Bettler, laute Straßenmusik und Körperverletzungen unter Saufkumpanen für die Innenstadt vorgestellt, umgesetzt werden soll es schon im Frühherbst.

Darin vorgesehen: eine Art City-Polizei, die sich aus Mitgliedern des städtischen Ordnungsdienstes zusammensetzt und künftig das gesamte Stadtgebiet auf Ordnungsverstöße wie Urinieren in der Öffentlichkeit oder aggressives Betteln kon­trolliert, da hierfür die Polizei nicht zuständig ist.

Die Arbeitszeit dieses Ordnungsdienstes ist allerdings begrenzt – werktags von acht bis 22 Uhr und nach Bedarf an Sonn- und Feiertagen. Eine Fehlplanung, kritisierte jetzt der Stadtbezirksrat: „Dann, wenn es erst richtig losgeht, zieht sich das Wachpersonal zurück“, merkte Gunda Pollok-Jabbi (Linke) an. Gleiches gelte für den geplanten Trinkraum im Gebäude der Spielbank mit Sozialarbeitern und kostenlosen alkoholfreien Getränken, das von 11 bis 19 Uhr geöffnet habe. „Wer in der City wohnt, weiß, dass das Leben auf der Straße erst nach 20 Uhr losgeht“, schimpft Pollok-Jabbi.

 Weiterer Kritikpunkt: die Anzahl der Mitarbeiter. Pro Stadtbezirk stünden weniger als vier Menschen zur Verfügung, das könne nicht der große Wurf sein, meinte Reinhilde Muschter (Grüne): „Reicht das aus für den Bezirk Mitte? Ich habe da Zweifel.“ Die Stadt hat vor allem die Problembereiche Raschplatz, Weißekreuzplatz und Andreas-Hermes-Platz im Visier, weil dort am häufigsten Ordnungswidrigkeiten registriert werden. Hier ist die Zahl der Beschwerden von Anwohnern auch besonders groß.

Mit großer Mehrheit stimmte der Bezirksrat Mitte einer CDU-Änderung zu, wo­nach die Zeiten dieses Ordnungs- und Sicherheitsdienstes bis nach 22 Uhr erweitert werden.

Von Andreas Voigt

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