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Meine Stadt Handel fordert weniger Baustellen, mehr Parkplätze
Hannover Meine Stadt Handel fordert weniger Baustellen, mehr Parkplätze
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17:06 26.02.2019
Einkaufsstimmung in der Innenstadt. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die Lage für die Kaufleute in der Innenstadt wird zunehmend schwieriger. Dass immer weniger Menschen zum Einkaufen in die City kommen, betrachtet Klaus Hibbe mit „großer Sorge“. Der Vize-Vorsitzende der City-Gemeinschaft wollte deshalb bei der Jahreshauptversammlung des Zusammenschlusses der Gewerbetreibenden im GOP-Theater für einen anderen Blick werben. Der Besucher der Innenstadt sollte noch mehr im Fokus des Handelns stehen. „Denn sie werden immer sensibler bei allem, was um einen herum in der City passiert“, sagte Hibbe, der zugleich Geschäftsführer Vorstand beim Sozialkaufhaus Fairkauf ist. Negative Erlebnisse sollten deshalb vermieden werden. Und da gab es auch im vergangenen Jahr wieder ein paar Beispiele, die der City-Gemeinschaft missfallen haben.

Baustellen sorgen für Ärger

„SOS“ – das in diesem Fall für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit steht – ist da für gewöhnlich die Lieblingsabkürzung von Geschäftsführer Martin Prenzler. Doch daran hatte er am Montag er weniger auszusetzen. Er lobte die Stadt für ihren Ordnungsdienst, der zwar gegen „Windmühlen kämpfe“, aber mit seiner Präsenz sehr wichtig sei. Auch zeigte er sich glücklich darüber, dass es in der Fußgängerzone zunehmend sauberer werde. Für Ärger sorgten andere Dinge: Baustellen, Parken und neuerdings auch Infostände.

Die zahlreichen Baustellen in der Innenstadt hätten die Kaufleute zuletzt schwer getroffen und seien eben jeden Erlebnisse, die man den Besuchern nicht bieten möchte. „Das ist eine große Aufgabe und schließt auch die Verwaltung mit ein“, sagte Hibbe, „besonders dann, wenn man am Freitagnachmittag noch kurz vor Feierabend Baustellen errichtet, an der am Wochenende Hunderttausende vorbei müssen.“ Auch die Verkehrssituation an der D-Linie der Stadtbahn lasse noch immer sehr zu wünschen übrig, so Prenzler.

Cebit-Rechnung führt zu Minus

Dann werde es immer schwieriger in Innenstadt-Nähe, Parkplätze zu finden. Auch weil Umgestaltungen wie etwa Am Marstall Stellflächen kosteten. „Dass dann gesagt wird, dass die Parkhäuser nicht ausgelastet sind, halte ich nicht für fair“, sagte Prenzler. Wenn es in der City voll sei, dann seien auch sie ausgelastet. Zuletzt habe zudem die Umfrage „Vitale Innenstädte“ gezeigt, dass hier etwas getan werde müsse. „Es sollte auch künftig so sein, dass die Menschen mit dem Auto in die Innenstadt kommen können, und das ist auch gut so“, sagte Prenzler mit Blick auf die Verkehrswende-Diskussion. Dort wünscht er sich ein größeres Miteinander und Verständnis der Verkehrsteilnehmer.

Ein Miteinander, das die Stadt in den Augen von Prenzler in einem Fall vermissen lassen habe. Als die City-Gemeinschaft zur Cebit die „dlounge“ in der Innenstadt aufstellte, um für die Computermesse zu werben, bekam sie von der Stadt hinterher eine dicke Rechnung für die Standgebühr über 5.500 Euro. Und das sorgte auch für ein Minus im Jahresabschluss der City-Gemeinschaft. „Das finde ich unfair. Wir waren davon ausgegangen, dass der Anteil der Stadt an der Aktion war, dass sie auf die Gebühr verzichtet. Schließlich hatte sie sonst keine Kosten“, sagte Prenzler.

Zu einem immer größer werdenden Problem würden aus seiner Sicht zudem die zahlreichen Infostände in der Stadt, dessen Betreiber aktiv die Menschen in der Fußgängerzone ansprächen. „Wir haben am Tag 15 Infostände, als Besucher sind Sie dann irgendwann genervt“, erklärte er. Auch hieran könne man arbeiten, um die Zahl der Negativ-Erlebnisse zu verringern.

Von Sascha Priesemann

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