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Meine Stadt Chinesen bauen in Changde ein Stück Hannover
Hannover Meine Stadt Chinesen bauen in Changde ein Stück Hannover
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00:20 02.11.2015
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Changde

Häuser mit Backsteinfassade und gotischen Giebeln säumen einen Platz. Im Schatten der Bäume sitzen Hunderte von Menschen draußen mit Blick auf den Fluss Chuanzi. Sie knabbern Kekse aus dem Hause Bahlsen, nippen am Espresso der Hannoverschen Kaffeemanufaktur - und das auf der Hannover Straße in Changde. Die 6,2 Millionen Einwohner zählende Metropole, die sich als chinesische Kleinstadt sieht, liegt 9500 Kilometer von Hannover entfernt.

Noch ist das historische Viertel mit engen Gassen, Brunnen und Bänken im Entstehen. Hunderte von Arbeitern sorgen dafür, dass das 370 Millionen Euro teure Projekt binnen zweier Jahre von einer Vision zur Wirklichkeit wird. Gestern haben OB Stefan Schostok, zu Gast mit einer 45-köpfigen Delegation aus Hannover, sein Amtskollege Zhou Derui und Parteisekretär Wang Qun das erste Straßenschild enthüllt. Und FDP-Ratsfraktionschef Wilfried Engelke freute sich mit ihnen und den Kollegen aus dem Rat über das, was er ins Reich der Mitte schickte - einen tonnenschweren alten hannoverschen Gullydeckel.

Die Hannover Straße sei eine "Brücke der Freundschaft" zwischen Changde und Hannover, findet Parteisekretär Wang. Diese Freundschaft begann vor zehn Jahren und trägt überall in der Stadt sichtbare Früchte. Von den Fenstern der Luxushotels sind teuren Wohnsiedlungen, auf der Fahrt durch die City beeindruckt eine liebevoll gestaltete Flusslandschaft. 2005 hatte genau an diesen Stellen noch braune, stinkende Brühe mit Müll und Unkraut an das Ufer geschwappt. Das war der Zeitpnkt intensiver Partnerschaft zwischen der Wasser Hannover GmbH und der Stadt Changde. Die Ingenieure von der Leine bekamen den mit drei Millionen Euro dotierten Auftrag, ein Konzept füre eine Schwammstadt zu entwickeln. Die Metropole, die bekannt ist durch das älteste Reisfeld der Welt (6500 vor Christus), wollte Sünden der Vergangenheit und Gegenwart ausmerzen und Regenasser nachhaltig nutzen. Kanäle, Pumpen, Rückhaltebecken, Renaturierung ließen aus Dreck ein Schmuckstück werden. Was immerhin 1,1 Milliarden Euro gekostet hat.

1,3 Milliarden Euro darf Changde jährlich für seine Stadtentwicklung ausgeben. In Zukunft will man nicht nur durch Fisch, Reis, Tabak und Bamaschinen leben, sondern auch von Tourismus - und damit der Hannover Straße als Sinnbild für eine weltoffene, attraktive, spannende Stadt mit internationalen Kontakten.

Spötter begreifen das neue Viertel, das im September 2016 eröffnet werden soll, als Disneyland. "Das ist es keinesfalls", findet der renommierte hannoversche Architekt Harald Schulte (dessen Büro Agsta das Ahrbergviertel, die Hanomag und das Henriettenviertel gestaltete). Sein Eindruck gestern: "Die Partner Hannover Wasser GmbH und die Rhinescheme GmbH, haben eine imposante Collage historischer Baustile Norddeutschlands und Danzigs gemacht, sie kombiniert mit modernster Landschaftsarchitektur." Das schlichte "copy and paste" (kopieren und einsetzen) hat heute in China kaum einer mehr nötig...

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