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Meine Stadt Chico nach Untersuchung eingeschläfert worden
Hannover Meine Stadt Chico nach Untersuchung eingeschläfert worden
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20:01 16.04.2018
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Hannover

 Der Staffordshire-Terrier-Mischling hatte Anfang April sein Herrchen (27) und dessen Mutter (52) in deren Wohnung in Groß Buchholz totgebissen und damit weltweit für Aufsehen gesorgt.

Die Entscheidung fiel unter Beteiligung und im Einvernehmen mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule, dem Tierschutzverein Hannover und dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, wie die Stadt in einer Pressemitteilung betonte. „Beide Eckzähne im Oberkiefer waren gelöst“, schildert Stadtsprecher Udo Möller den Befund. Die entsprechenden Verletzungen stammten vermutlich aus der Zeit um den Beißvorfall am 3. April. „Beidseitig besteht eine offene Verbindung zur Nasenhöhle.“

Die Entscheidung fiel angesichts der Schwere der Befunde, deren Behandlung aufgrund der Aggressivität des Hundes nur unter Vollnarkose hätte erfolgen können, ließ die Stadt wissen. „Weitere Narkosen wären für den zehn Jahre alten Hund eine Quälerei gewesen“, so Möller. Kosten-Nutzen-Fragen waren dabei nachrangig, so der Sprecher auf NP-Anfrage. „Die Entscheidung fiel aus Tierschutz-Gesichtspunkten.“ Eine Rolle spielte laut Stadt auch, dass man dem Tier nach dem tödlichen Beißvorfall nicht zutraute, jemals wieder mit anderen Hunden, geschweige denn Menschen zusammenleben zu können.

„Ein Leben ganz ohne Sozialpartner wäre für den Hund auch eine Qual gewesen“, sagt Heiko Schwarzfeld vom Tierschutzverein Hannover. Er habe die Entscheidung lediglich „akzeptiert“. Bis zuletzt habe sich Chico im Tierheim Krähenwinkel völlig unauffällig verhalten. Kenntnisse über den Schlüsselreiz, der die tödliche Beißattacke auslöste, habe man nicht erhalten. Auch ob Chico unter anderen Hunden einen Sozialpartner akzeptiert hätte, wurde nie wirklich ausprobiert, äußert Schwarzfeld leise Kritik an der kurzfristigen Entscheidung. „Für die Zukunft wünsche ich mir eine klare Verfahrensweise für alle Beteiligten.“

Zuletzt stand auch die Möglichkeit eines Gnadenhofs im Raum – der Tierschutzverein München hatte angeboten, Chico dort unterzubringen, einen Wesenstest aber als Voraussetzung genannt. Diesen sollte die Tierärztliche Hochschule eigentlich auch durchführen, scheiterte aber am Gesundheitszustand des zehn Jahre alten Hundes: Nur mit Maulkorb wird so ein Test durchgeführt – und Chico konnte diesen aufgrund seiner Schwellung am Kiefer nicht angelegt werden.

Überrascht zeigte sich Anwalt Andreas Hüttl, der die Schwestern des Hundehalters, Chicos rechtliche Erben, vertritt. „Wir haben von der Einschläferung über neuepresse.de erfahren.“ Die bisher genannten Gründe der Stadt bezeichnete er als nebulös, eingebunden waren die Angehörigen in die Entscheidung nicht. Man wollen jetzt die genauen tierärztliche Begründung aus erster Hand hören, bevor man entscheide, ob man nachträglich aktiv werde.

Von Simon Polreich

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