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Die Vorstandskandidatur von Burkhard Scheuert auf der ADAC-Mitgliederversammlung am 23. März in Celle ist gescheitert.

Die Vorstandskandidatur von Burkhard Scheuert auf der ADAC-Mitgliederversammlung am 23. März in Celle ist gescheitert.© Christian Behrens / NP

Celle

Celle: ADAC-Landeschef wiedergewählt

Nach den Querelen im ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt ist der bisherige Vorsitzende wiedergewählt worden. Was an den Vorwürfen um interne Bespitzelungen dran ist, bleibt zunächst jedoch unklar.

Celle/Hannover. Reinhard Manlik ist alter und neuer Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Er ist am Sonnabend bei einer nicht öffentlichen Mitgliederversammlung in Celle für weitere vier Jahre gewählt worden. Nach Angaben einer Sprecherin des ADAC erzielte Manlik eine deutliche Mehrheit der Delegiertenstimmen. Es habe keinen Gegenkandidaten gegeben, nachdem zwei mögliche Bewerber wegen Formfehlern als Delegierte ausgeschlossen worden waren. Vor Manliks Wiederwahl sei der Vorstand mit überwältigender Mehrheit entlastet worden. Die Wahlen für drei weitere Vorstandsmitglieder dauerten am Abend noch an. Der umstrittene ADAC-Regionalclub-Geschäftsführer Hans-Henry Wieczorek fehlte bei der Versammlung im Congress Centrum. Nach NP-Informationen soll er mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus liegen.

Iim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt brodelt es nach dem Bekanntwerden möglicher Mitarbeiterbespitzelungen weiter. Den Querelen waren Berichte über Bespitzelungen innerhalb des ADAC vorausgegangen. Mehrere Kandidaten wollten sich für einen alternativen Vorstand aufstellen lassen, dazu kam es jedoch nach dem Ausschluss der beiden verhinderten Delegierten nicht mehr.

Johann Borchers und Burkhard Scheunert kündigten danach an, ihren Ausschluss von der Sitzung rechtlich prüfen zu lassen. "Der Syndicus des ADAC hat uns auf Formfehler hingewiesen, ein Protokoll soll nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden sein", sagte Borchers dazu der Nachrichtenagentur dpa. "Die wollten uns mundtot machen. Man hat geschickt eine Lücke gesucht, die es gar nicht gibt", vermutet Scheunert, seit 40 Jahren Mitglied im ADAC.

Immerhin das Essen stimmte: Vor der Sitzung bekamen die Mitglieder "Schnitzel Celler Art", dazu zwei Sorten Kartoffelsalat. Andreas Asche, seit 1973 ADAC-Mitglied, ist zum ersten Mal bei der Versammlung dabei. "Ich bin gespannt, was heute passiert. Mir stinkt es nur, dass manche Delegierte von den Ortsclubs mehrere Stimmen haben und ich nur eine einzige." Asche hat wie viele andere Teilnehmer symbolisch einen "Bounty"-Schokoriegel dabei - eine Anspielung auf ein jüngstes Zitat von Klaus Kocks, Kommunikationsberater des 1,3 Millionen Mitglieder zählenden Regionalclubs: "Wir haben eine kleine Meuterei auf der Bounty."

Den Querelen waren Berichte über Bespitzelungen innerhalb des ADAC vorausgegangen. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Geschäftsführer Wieczorek wegen Verdachts auf Mitarbeiterbespitzelungen beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. E-Mails und Computer sollen ausspioniert worden sein, um belastendes Material - insbesondere gegen die amtierenden Arbeitnehmervertreter - zu finden und zu sammeln. Öffentlich wurden die Vorwürfe vergangene Woche in einem Arbeitsgerichtsprozess einer inzwischen gekündigten EDV-Leiterin. Verantwortlich für die Bespitzelungen macht die ehemalige Mitarbeiterin den Geschäftsführer Wieczorek.

Der ADAC weist die Vorwürfe  indes zurück. Es habe in keiner Weise jemals eine Anweisung gegeben, den Betriebsrat auszuspionieren, sagte Berater Kocks, der für den ADAC in diesem Fall die Öffentlichkeitsarbeit macht. Es gehe wohl darum, den amtierenden Vorstand zu stürzen, ist seine Vermutung. Der alternative Vorstand um Borchers und Scheunert wollte nach eigenen Angaben dagegen Ruhe reinbringen. "Wir wollten einen Neuanfang versuchen, das ist uns nicht gelungen", sagte Borchers.

(eva/hg/aro/dpa)

Der Artikel wurde aktualisiert.


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