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Meine Stadt Cannabis-Züchter kriegt Bewährung wegen Job
Hannover Meine Stadt Cannabis-Züchter kriegt Bewährung wegen Job
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10:23 05.01.2018
Bewährungsstrafe: Der Angeklagte (mit Anwalt Dimitrios Kotios) hatte Marihuana angebaut. Quelle: Foto: Körner
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 Beim Zusammenrechnen der Drogenmenge hatten Richterin Monika Pinski und der Staatsanwalt ein wenig Pro­bleme. Immerhin hatte Paul Meier (Name geändert, 38) zwei professionell ausgestattete „Grow-Zelte“ in der Größe von insgesamt 17 Qua­dratmetern in der List stehen. So fanden die Beamten mehr als 10 000 Konsumeinheiten Marihuana und 44 weitere Pflanzen. Sie hätten eine Ernte von 1100 Gramm Rauschgift ergeben. Der Wirkstoffgehalt schwankte zwischen 0,3 und elf Prozent THC.

Anwalt Dimitrios Kotios legte ein bedingungsloses Geständnis für seinen Mandanten ab: „Mein Mandant hatte Schulden. Es gab Pfändungen, und er war arbeitslos.“ Er sei dann auf die falsche Idee gekommen, Drogen anzubauen und zu verkaufen.

Richterin Pinski verurteilte den Angeklagten wegen Drogenhandels zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig.

Es ist aber keine Selbstverständlichkeit. Die Polizei hatte noch zwei Teleskop-Stöcke im Kleiderschrank gefunden. Also war Drogenhandel mit Waffen angeklagt. Dieser Vorwurf wurde fallengelassen. Die Waffen waren nicht griffbereit, sondern unter Kleidung verkramt in einer Schublade. Ansonsten wäre er nicht mit Bewährung davongekommen.

Bereits 2003 war der Mann wegen Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Auch deshalb stand er gestern schon mit eineinhalb Beinen im Gefängnis. Doch ein Um­stand hat ihn gerettet. Der Angeklagte hat sich eine festen Job verschafft. „Mein Mandant wird nie wieder Straftaten begehen“, versicherte Kotios.

Von thomas nagel

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