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HILFE: Die Spezialisten ausHamburg rücken an.

HILFE: Die Spezialisten aus
Hamburg rücken an.© Christian Elsner

Brand

Burgdorfer Gift-Rätsel ist gelöst

Endlich Klarheit nach dem Gift-Feuer beim Schreibwarenhersteller Gutenberg! Experten der Analytischen Task-Force (ATF) vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe konnten Montag Abend mit ihren speziellen Messgeräten klären, welcher Stoff die Symptome bei den Rettungskräften ausgelöst hat.

Hannover. Schuld war ein Pyridin-Derivat, also ein mit der Chemikalie Pyridin verwandter Stoff und nicht – wie in den vergangenen Tage vermutet worden war – Phosphin. „Ursprungsstoff ist vermutlich ein Reinigungsmittel“, sagt Felix Hilmer, Pressesprecher der Feuerwehr Burgdorf. Seit Sonntagnacht hatten die Burgdorfer Einsatzkräfte Unterstützung von der ATF aus Hamburg, um zu klären, was die 29 Retter krank gemacht hat. Drei von ihnen liegen nach wie vor mit Vergiftungserscheinungen in der Klinik – einer davon auf der Intensivstation.

Sie alle waren am Mittwochmorgen im Einsatz gewesen, als es zu dem Feuer auf dem Gelände am Läuferweg (Burgdorf) gekommen war (NP berichtete). „Wir haben über 30 Proben am Firmengelände sowie von Schläuchen oder Schutzausrüstungen an der Feuerwehrwache in Burgdorf genommen, die nun analysiert werden“, sagt Uwe Haug, Einsatzleiter der ATF-Einheit. Bereits Sonntagabend hatten alle am Einsatz beteiligten Feuerwehrwachen ihre Gerätschaften und Bekleidung nach Burgdorf gebracht. Die Proben wurden mit Hilfe eines speziellen Messgerätes untersucht, in dessen Datenbank rund 100?000 Stoffverbindungen gespeichert sind – eine davon ist Pyridin. „Endlich können wir die behandelnden Ärzte informieren, die nun den Erkrankten adäquat helfen können“, so Hilmer.

Dienstag sollen weitere Proben entnommen werden: „Jetzt wissen wir ja, wonach wir suchen.“ Während die Spezialisten der ATF den Grund für die Vergiftung der Retter gefunden haben, ermittelt die Polizei wegen der Brandursache. Die ist weiterhin unklar. Weil das Feuer während der Betriebsferien ausbrach, glaubte die Polizei zunächst an Brandstiftung als wahrscheinlichsten Grund. Das hat sich geändert. Nach NP-Informationen gilt nun auch das Szenario, dass sich mehrere Chemikalien vermischten und Feuer fingen, als denkbar. Die Ermittlungen dauern an. Von Wilhelm Wehrhahn, Geschäftsführer des Schreibwarenherstellers, war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Von Jana Meyer, Christian Elsner und Christian Franke


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