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IM EINSATZ: Die Feuerwehrleuteaus Burgdorf löschen. Dabeiatmen sie irgendwie das Gift ein.29 Retter klagen später überVergiftungserscheinungen.

IM EINSATZ: Die Feuerwehrleute aus Burgdorf löschen. Dabei atmen sie irgendwie das Gift ein. 29 Retter klagen später über Vergiftungserscheinungen.© Elsner

Einsatz

Burgdorf: Gift war im Reinigungsmittel

Grotanol SR 1 - mit diesem Mittel reinigt die Firma Gutenberg ihre Filtrieranlagen. Jetzt scheint klar: Es hat die Retter krank gemacht, als es vergangene Woche zu dem Feuer in Burgdorf kam. Nicht unumstritten. Ein Experte glaubt, dass sich das Mittel mit anderen Gasen verbinden konnte. Unklar ist aber noch, wie die Einsatzkräfte es einatmen konnten.

Burgdorf. Ein Pyridinderivat - das ist der Stoff, der sehr wahrscheinlich für die Vergiftungserscheinungen der 29 Retter verantwortlich ist (NP berichtete). Nun ist auch klar, woher er stammt. „Der Stoff ist Bestandteil von Grotanol SR 1, einem industriellen Reinigungsmittel“, erklärt Felix Hilmer, Sprecher der Feuerwehr Burgdorf.

Wilhelm Wehrhahn, Geschäftsführer des Schreibwarenherstellers Gutenberg, bestätigt: „Wir reinigen damit unsere Filtrieranlagen.“ Als das Feuer am Mittwochmorgen ausbrach, lagerten gut 90 Liter Grotanol SR 1 in der Produktionshalle. „Das ist eine normale Menge“, erklärt Wehrhahn. Laut Walter Schulte vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover sind Betriebe verpflichtet, eine Lagerbestandsliste zu führen, auf der Gefahrenstoffe vermerkt sind. „Und Grotanol SR 1 gehört definitiv dazu“, so der Dezernatsleiter, der mit seinen Kollegen die Lage in Burgdorf sondierte, „Gutenberg hatte das Produkt auf seiner Liste ordnungsgemäß aufgeführt.“

Im Brandfall hilft diese Auflistung den Feuerwehrleuten, die Lage richtig einzuschätzen. Diese Informationen nutzen die Feuerwehrleute zum Abgleich mit Gefahrgutdatenbanken und entscheiden dann, ob Atemschutz oder spezielle ABC-Schutzanzüge notwendig sind, so Michael Hintz, Sprecher der Berufsfeuerwehr Hannover. So sind auch die Burgdorfer vorgegangen. Hilmer: „Wir haben den Einsatz nach dem Lehrbuch abgearbeitet.“ Unklar bleibt dennoch, wann die Retter die giftigen Dämpfe einatmeten. Gestern hat die Analytische Task-Force (ATF) aus Hamburg weitere Proben genommen. „Wir wollen sicher gehen, dass es wirklich der Stoff ist“, so Hilmer. Und auch das Landeskriminalamt interessiert sich dafür. Die chemische Zusammensetzung der Proben werde mit den Angaben in der Lagerbestandsliste angeglichen, so eine Sprecherin der Behörde. Und es wird nach Hinweisen für die Brandursache gesucht.

Am Firmengelände am Läuferweg wird nun aufgeräumt. Der Geschäftsführer ist froh, dass die Experten den „Fall endlich entschärfen konnten“. Seit Dienstag wird wieder produziert. „Momentan begutachten Sachverständige den Schaden für die Versicherung“, sagt Wehrhahn, „dann müssen wir weitersehen.“ Er geht weiterhin von Brandstiftung aus.

Jana Meyer


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