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Meine Stadt Bunt statt grau: Wie kriegt Hannover mehr Farbe?
Hannover Meine Stadt Bunt statt grau: Wie kriegt Hannover mehr Farbe?
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00:17 18.08.2017
BUNTE BOTSCHAFTEN: Gestern hängte Aha die Mülleimer auf, die Schüler der IGS Büssingweg bemalt haben.
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Hannover

 Jede Stadt hat ihr Gesicht – und ihre Farben. Ein Blick in Hannovers Gesicht zeigt: Es gibt einige farbliche Lichtblicke und dann doch wieder viel Grau. Zu dem Ergebnis kommen auch immer mehr Immobilienfirmen, Hausbesitzer und die Stadtverwaltung. Immer häufiger geben sie Flächen für Graffitikünstler frei (NP berichtete). Auch das Entsorgungsunternehmen Aha zeigt Farbe und hängte gestern bunt gestaltete Papierkörbe auf. Den ersten am Hainholzer Markt. Schüler der IGS Büssingweg hatten die Behälter im Rahmen der Aktion „Youth City“ bemalt.

Eine führende Rolle beim Thema Fassadenkunst nimmt das Wohnungsbauunternehmen Gundlach ein. Und engagiert dafür namhafte Graffitikünstler. Zuletzt den Briten Dave Grimshaw. Der gestaltete eine fünf Meter hohe Fassade im Bemeroder Johanneskamp. Zuvor hatte Gundlach bereits eine Hausfassade an der Hamburger Alle/Celller Straße mit einem gewaltigen Graffito veredelt. „Street-Art macht Hannover bunter, vielfältiger und moderner“, heißt es bei Gundlach.

Bleibt die Frage: Ist Hannover bunt genug, oder sollte die Stadt noch mehr wagen? FDP-Ratsherr Wilfried Engelke will sich bei dem Thema nicht festlegen, zeigt sich jedoch beeindruckt vom künstlerischen Engagement Gundlachs. „Ich könnte mir vorstellen, dass man Hauseigentümer animiert, diesem Beispiel zu folgen und mehr auf Farbe zu setzen“, so Engelke. Oder die Bahn: „Den tristen Bahntunneln würde mehr Farbe und weniger Grau gut stehen.“ SPD-Ratsherr Thomas Hermann sieht die Telekom am Zug: „Der Konzern sollte sich ganz von seinen grauen Schaltkästen verabschieden und diese lieber künstlerisch veredeln.“ Grünen-Frau Regine Kramarek findet Hannover zwar bunt genug, begrüßt aber, dass in der Wohnbebauung vermehrt Farbakzente gesetzt werden. Großen Bedarf an Farbe gebe es jedoch an diesen Orten: „Mit Farbe könnte beim Ihmezentrum von der Dramatik vor Ort abgelenkt werden. Oder am Raschplatz. Dort ist das neue ZOB-Gebäude zum Glück rot. Ein weiterer Farbklecks wäre dort trotzdem gut. Warum also nicht den VW-Turm bunt anmalen?“

Dennoch wird nicht jede Idee von Politik und Verwaltung unterstützt. So blitzte etwa Pop-Art-Künstler Andora vor einigen Jahren schon mit seinem Versuch ab, die Raschplatzhochstraße zur Kunstbrücke zu machen – erst mit Farbe, dann mit Lichtinstallationen.

Was sagt die Stadt zur aktuellen Entwicklung? Sprecher Dennis Dix betont, dass es dem Engagement der Bürger zu verdanken ist, dass Hannover immer bunter wird. „Das findet sich auch im Straßenbild wieder, wenn zum Beispiel Kunst mit Altersgegenständen kombiniert wird oder Hauswände ansprechend gestaltet werden. Das bereichert die Stadt.“

Von Britta Lüers

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