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Meine Stadt Bunker in Hannover sollen unter Denkmalschutz gestellt werden
Hannover Meine Stadt Bunker in Hannover sollen unter Denkmalschutz gestellt werden
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13:05 11.03.2018
Hat gute Chancen: Der Atombunker an der Torstenssonstraße ist bereits ein Museum und könnte nun auch Denkmal werden. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Schön sind sie nicht. Und das geschichtliche Kapitel, mit dem die grauen Kolosse verbunden sind, ist ein düsteres: Dennoch will das Landesamt für Denkmalpflege eine Reihe von Bunkern in Hannover unter Denkmalschutz stellen.

Unter dessen Federführung wurden knapp 50 Bunker in der Stadt untersucht, mit Hilfe eines auf Bauhistorie spezialisierten Büros aus Weimar. Die Ergebnisse liegen nun vor. Als nächstes stehen Gespräche mit den Eigentümern an – der Landeshauptstadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Erst danach soll entschieden werden, welche Bunker tatsächlich unter Schutz gestellt werden sollen.

Jeder Bunkertyp soll mindestens einmal erhalten bleiben

„Wir möchten pro Typ ein bis zwei Objekte auf unsere Liste setzen, damit die ganze Bandbreite abgebildet wird“, kündigt Rocco Curti an, der beim Landesamt für Hannover zuständig ist. Und die ist größer als gedacht. Rundbunker sind dabei, größere und kleinere Objekte mit ganz unterschiedlichen Belegungszahlen. Einige wurden nach dem Zweiten Weltkrieg kaum verändert, andere aufwendig nachgerüstet, um der Bevölkerung auch im Falle eines Atomschlages Schutz bieten zu können.

Anfangs versuchten die Bunkerbauer im Dritten Reich noch, die Betonungetüme halbwegs an das Stadtbild anzupassen. Die Rundbunker etwa sollten an mittelalterliche Befestigungen erinnern, erhielten oft auch ein Dach aus Ziegeln – was auch den Effekt hatte, dass sie aus der Luft kaum als Bunker zu erkennen waren.

Auch „bedrückende Geschichte“ im Stadtbild erhalten

Mit Zunahme der alliierten Luftangriffe ging es dann allerdings nur noch darum, in kurzer Zeit so viele Bunkerplätze wie möglich zu schaffen. Rocco Curti vom Landesamt für Denkmalpflege räumt auch ein, dass eine „künstlerische Bedeutung zumeist nicht vorhanden“ sei. Allerdings sei es wichtig, auch diese „sehr bedrückende Geschichte“ im Stadtbild zu erhalten. „Unsere Aufgabe ist es nicht nur angenehme Zeugnisse zu bewahren, sondern uns auch mit Krieg und massenhafter Zerstörung auseinanderzusetzen“, erklärt Curti.

Von Christian Bohnenkamp

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