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Meine Stadt Bundeswehr kämpft gegen resistente Bakterien
Hannover Meine Stadt Bundeswehr kämpft gegen resistente Bakterien
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16:34 29.03.2010
Die Bundeswehr ist mittlerweile in vielen Teilen der Welt im Einsatz - dort lauern nicht nur menschliche Feinde, sondern auch gefährliche Bakterien. Quelle: dpa
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Hannover. Die Bundeswehr hat bei der Behandlung von verwundeten Soldaten in Afghanistan nach Experten-Angaben offenbar Schwierigkeiten durch gefährliche, multiresistente Keime. „In einigen Fällen hat die Bundeswehr größte Probleme, verwundete Soldaten zu behandeln“, sagte am Montag Prof. Jürgen Heesemann, der Direktor des Münchner Pettenkofer-Instituts für Hygiene und medizinische Mikrobiologie. Er berief sich dabei auf mehrere Anfragen aus der Bundeswehr an ihn, genaue Zahlen hatte er aber nicht.

Der Wissenschaftler ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), die noch bis Mittwoch in Hannover tagt. Insgesamt 1800 Teilnehmer diskutieren dort aktuelle Entwicklungen, unter anderem bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe oder bei Krebserkrankungen und Tuberkulose.

Berichte über Soldaten, die von ihrem Einsatz in Afghanistan das Bakterium Acinetobacter mit nach Hause brachten, gab es in der Vergangenheit auch in Kanada und den USA. Die betroffenen Soldaten hätten zum Beispiel Wundheilungsstörungen, sagte Heesemann. Der Keim befalle Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Acinetobacter sei ein Umweltbakterium und könne aus dem Boden stammen. Gängige Antibiotika schlagen bei solchen multiresistenten Keimen nicht an. In München breitete sich das Bakterium im vergangenen Winter auf Intensivstationen eines Klinikums aus, die Patienten dort mussten isoliert werden. „Da können sie die Intensivstation gleich dicht mache“, sagte Heesemann.

Ein Schwerpunkt der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie ist unter anderem die Verbindung zwischen Infektionen und Krebs. Jeder fünfte Krebsfall ist Folge einer chronischen Infektion, so die Erkenntnis der Wissenschaftler. „Das sind potenziell vermeidbare Krebsfälle“, sagte Prof. Sebastian Suerbaum von der Medizinischen Hochschule Hannover. „Man kann optimistisch sein, dass es auf lange Sicht eine Reduktion solcher Krebsfälle geben kann.“ So gebe es gegen Gebärmutterhalskrebs beispielsweise inzwischen eine vorbeugende Impfung. dpa

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