Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Bundespolizei soll Flüchtlinge gefoltert haben
Hannover Meine Stadt Bundespolizei soll Flüchtlinge gefoltert haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 20.05.2015
BEWEIS: Dieses Foto soll der Beamte von seinem marokkanischen Opfer gemacht und an Kollegen verschickt haben. Quelle: NDR Quelle: Mast Fabian
Anzeige
Hannover

Ein Beamter soll einen Flüchtling aus Afghanistan dort vor etwa einem Jahr gewürgt und mit angelegten Fußfesseln durch die Wache geschleift haben, berichtet der NDR. In einem anderen Fall soll der Polizeibeamte einem Marokkaner, der beim Schwarzfahren erwischt worden war, gezielt mit verdorbenen Schweinemett malträtiert haben. Der Bundespolizist soll entsprechende SMS an Kollegen verschickt haben, in denen er sich mit seinen offensichtlich fremdenfeindlich motivierten Taten noch gebrüstet hatte.

Und mehr noch: es geht auch um illegalen Waffenbesitz bei dem beschuldigten Bundespolizisten. „Der Beamte soll eine illegale Waffe besitzen, deswegen konnten wir nach dem Hinweis darauf nicht lange warten und veranlassten gleich am Freitagnachmittag eine Hausdurchsuchung in der Dienststelle und der Privatwohnung des Mannes“, sagte Klinge der NP. „Dabei wurde eine illegale Waffe beschlagnahmt.“ Der Beamte sei aber wieder auf freien Fuß, da keine Haftgründe vorlägen. Klinge: „Wir stehen am Anfang der Ermittlungen.“

Schwierig dürfte es sein, die geschädigten Flüchtlinge ausfindig zu machen. Die Hinweise auf die Taten jedenfalls seien nicht von ihnen direkt gekommen. Ob der Afghane und der Marokkaner sich noch in Hannover oder überhaupt in Deutschland aufhielten, sei unklar.

Nach Recherchen des NDR-Magazins „Hallo Niedersachsen“ und NDR Info könnten mehrere Polizeibeamte in der Dienststelle von den Vorfällen gewusst haben. Zwei von ihnen sagten anonym vor der Kamera aus.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige