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Meine Stadt Bundespolizei durchsucht vier Wohnungen – eine in Hannover
Hannover Meine Stadt Bundespolizei durchsucht vier Wohnungen – eine in Hannover
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00:15 25.03.2017
BETRUGSOPFER: Die Täter zockten online Fahrkarten der Bahn mit geklauten Kreditkartendaten ab. Quelle: dpa
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Hannover

Am frühen Mittwochmorgen um 6 Uhr standen die Fahnder der Bundespolizei vor der Wohnung des 22-jährigen Tunesiers in Hannover. Zeitgleich schlugen ihre Kollegen in drei anderen Städten zu: in Saarbrücken und Bous (beides Saarland) sowie in Karlsruhe (Baden-Württemberg) wurden die Wohnungen von drei Komplizen durchsucht. Das Quartett soll im großen Stil Fahrkarten der Deutschen Bahn erschlichen haben.

Neben dem Hannoveraner werden ein 28-jähriger Landsmann und zwei Deutsche (26, 36) verdächtigt, in wenigstens 111 Fällen Tickets mit geklauten Kreditkartendaten im Internet gekauft und entweder selbst benutzt oder im Bekanntenkreis verkauft zu haben. Der Bahn sei dabei ein Schaden in Höhe von 10 000 Euro entstanden, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit.

Wie die Gauner an die Daten gelangten, stehe noch nicht fest, so der Sprecher der Bundespolizeiabteilung Bad Bergzabern, Ralf Ströher. „Die Daten stammen aber von Kreditkarten aus den USA, Australien, Asien und Europa.“ Solche Daten können leicht beim Bezahlen mit der Kreditkarte abgegriffen werden. In diesem Fall deutet aber offenbar vieles darauf hin, dass die Täter sie aus dem Internet gefischt haben.

„Im vergangenen September fiel der Bahn auf, dass vermehrt Zahlungen platzten“, berichtet Ströher. Daraufhin wandte sich das Unternehmen an die Bundespolizei. „Wenn die Karte gesperrt ist, merkt das unser System“, betonte ein Bahnsprecher auf Anfrager der NP. Dann könne eigentlich nichts passieren. Bei einer Zahlungsstornierung aber gebe es einen zeitlichen Verzug von mehreren Wochen. Das räumt Ticketbetrügern einen gewissen Zeitraum ein, in dem ihre Masche greifen kann. Online bestellt und sofort ausgedruckt behalten die Fahrkarten ihre Gültigkeit. „Sobald die Zahlung aber geplatzt ist, wird auch die Fahrkarte gesperrt“, so der Sprecher.

Das dürfte dann für den Käufer einige Scherereien bedeuten: „Wir stellen ihm den Preis des Tickets nachträglich in Rechnung“, sagte der Bahnsprecher. Er muss dann also zweimal zahlen – und mit einem Ermittlungsverfahren rechnen. Deshalb warnt die Bahn davor, Online-Tickets von Dritten zu kaufen, insbesondere wenn diese vermeintlich zu Sonderpreisen abgegeben würden. „Ein Online-Ticket gibt es immer nur zu dem Preis, der darauf steht.“

Bei den Wohnungsdurchsuchungen konnten einige der Fahrkarten noch sicher gestellt werden. Die Fahnder nahmen auch Computer und Handys der Verdächtigen mit. Die Auswertung werde nun einige Wochen dauern. Das weit über das Bundesgebiet verteilt lebende Quartett kenne sich nicht nur über das Internet, so Ströher. Die Verdächtigen seien aber nicht miteinander verwandt. Sie blieben zunächst auf freiem Fuß.

Von Andreas Krasselt

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