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Meine Stadt Bundesanstalt für Geowissenschaften soll käuflich sein
Hannover Meine Stadt Bundesanstalt für Geowissenschaften soll käuflich sein
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18:33 29.06.2016
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften in Hannover.
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Hannover

Nach am Mittwoch veröffentlichten Erkenntnissen des Recherchenetzwerks von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR ließ sich die Behörde jahrelang von der industrienahen Hans-Joachim-Martini-Stiftung finanziell fördern. Der Linken-Umweltexperte Hubertus Zdebel forderte daraufhin in Berlin, die gesamten Strukturen der BGR sofort auf Korruption hin zu überprüfen.

Die BGR war wiederholt durch wissenschaftliche Expertisen aufgefallen, die von der Mehrheitsmeinung abweichen, besonders beim Thema Klimaschutz. So hieß es in einer BGR-Studie, der menschengemachte Ausstoß von Kohlendioxid spiele für den Klimawandel nur eine untergeordnete Rolle, was der Einschätzung beispielsweise des Weltklimarats diametral widerspricht. Bei anderen Themen vertrat die BGR häufig ähnliche Positionen wie große Industrieunternehmen, etwa bei der Bewertung der Eignung des Salzstocks Gorleben als Atommüll-Endlager oder der Einstufung der unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid (CCS) sowie des umstrittenen Fracking zur Gasförderung als sicher.

Die Hans-Joachim-Martini-Stiftung war laut "SZ" 1982 von den Konzernen Bayer, Degussa, Preussag, Rheinbraun, Wintershall und Salzgitter AG gegründet worden. Ziel sei es gewesen, Geld an die BGR weiterzuleiten - zur Ehrung verdienter Mitarbeiter, zur Finanzierung von Tagungen oder zur Unterstützung bei der Beschaffung von Sachmitteln. Offiziell äußert sich die Stiftung demnach nicht zur Herkunft oder zum Verbleib ihrer Mittel. Die BGR mit Sitz in Hannover gehört zum Geschäftsbereich des von Sigmar Gabriel (SPD) geleiteten Bundeswirtschaftsministeriums.

"Es ist ein Skandal, dass sich die BGR als Oberbehörde jahrelang von einer Industrie-Stiftung aushalten lässt", erklärte dazu Zdebel. Er forderte Gabriel auf, die Vorgänge um die Geldflüsse an die Behörde aufzuklären. "Hier muss geklärt werden, in welchem Umfang Wissenschaft käuflich war", verlangte der Linken-Bundestagsabgeordnete.

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