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HIER PASSIERTE ES:  Auf der Brücke wurde Hannah W. von den Verbrechern umzingelt.Foto: Heusel

HIER PASSIERTE ES: Auf der Brücke wurde Hannah W. von den Verbrechern umzingelt.© NANCY HEUSEL

Kriminalität

Brutaler Raubüberfall in Linden

Es sollte ein schöner Abend bei einem Konzert werden, feiern, tanzen, Musik hören, Spaß haben. Doch für Hannah W. (24, Name geändert) endete der Abend mit einem schrecklichen Vorfall, der sie noch lange verfolgen wird.

Hannover. Die 24-Jährige wurde vergangene Woche von mehreren Männern überfallen und brutal verprügelt. Der Übergriff passierte auf ihrem Heimweg vom Konzert im Faust (Linden) in die Calenberger Neustadt.

„Kurz hinter der Justus-Garten-Brücke hörte ich plötzlich schnelle Schritte, und im nächsten Augenblick wurde ich von drei dunkelhäutigen Männern umzingelt“, berichtet sie. Zunächst verlangten die in gebrochenem Deutsch nach ihrer Tasche. „Nachdem sie mein Handy und Bargeld eingesteckt hatten, wollten die Täter mich zuerst zwingen, mehr Geld von der Bank abzuheben“, erzählt die 24-jährige Studentin, „nachdem diese Überlegung aber wieder verworfen worden war, schmissen sie mein Portemonnaie vor meinen Augen in ein Gebüsch.“

Sie selbst habe dabei solche Angst gehabt, dass sie den Männern nicht in die Augen sehen konnte - ihr Blick sei nur auf deren Schuhe gerichtet gewesen. Das alles schien den etwa 1,85 Meter großen Tätern nicht auszureichen: Einer der Männer schlug Hannah W. mehrfach hart mit der Faust ins Gesicht. Sie wurde dabei schwer verletzt und verlor einen Backenzahn. Erst dann ließen die Täter von der jungen Frau ab und flüchteten in Richtung Faust. „Ich hatte noch nie zuvor solche Angst und rannte völlig unter Schock nach Hause. Ohne Handy hatte ich nicht mal die Möglichkeit, Hilfe zu rufen“, berichtet W.

„Seit dem Vorfall überkommen mich häufig Panikattacken“, fügt sie hinzu, und auch ihr Studium habe bereits darunter gelitten: „Am liebsten würde ich hören, dass die Räuber gefasst wurden.“

Aber obwohl Hannah W. bereits kurz nach dem Vorfall Anzeige erstattet hat, habe die Polizei ihr wenig Hoffnung machen können, dass die Täter, die vermutlich aus dem nordafrikanischen Raum kommen, belangt werden würden. Die Beamten hätten erklärt, dass viele Migranten weder einen Identitätsausweis besäßen noch einem Wohnsitz zuzuordnen seien. „Ich vermute, dass viele von ihnen einfach nichts zu verlieren haben“, sagt die junge Frau,

Hannah W. sagt, sie hätte nie gedacht, dass ein solches Verbrechen auf ihrem gewohnten Heimweg passieren könnte: „Ich hoffe einfach, dass besonders Frauen in Zukunft noch vorsichtiger sind. Denn es kann jedem passieren.“

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Nach einem Gewaltverbrechen stehen die Opfer meist vor der quälenden Frage, an wen sie sich wenden können. Eine Möglichkeit der Unterstützung bietet der Opferhilfeverein Weißer Ring, der sich bereits seit 40 Jahren um die Belange der Opfer kümmert.
Dort weiß man um die Problematik von Betroffenen. „Die Sicht des Opfers kommt häufig leider viel zu kurz“, weiß Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des Weißen Rings. „An uns kann sich jeder unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Art des Verbrechens wenden“, erklärt Karin von Schroeter, Leiterin der Außenstelle des Standorts Hannover. Hierbei sei das erste Gespräch besonders entscheidend, um festzustellen, welche Art von Hilfe das Opfer benötigt. „Neben menschlichem Beistand und psychologischer Betreuung haben wir auch die Möglichkeit, die Opfer bei Bedarf finanziell zu unterstützen“, erklärt sie weiter.

Häufig würden auch Angehörige den ersten Schritt machen und den Weißen Ring um Rat bitten. „Oft trauen sich die Opfer erst dann, sich bei uns zu melden“, so von Schroeter. Viele Betroffene hätten Angst, nicht ernst genommen zu werden. Deshalb sei der Weiße Ring auch dankbar, wenn Familienangehörige und Freunde der Kriminalitätsopfer sich bei ihm melden würden. „Wir sind jederzeit, natürlich auch am Wochenende, erreichbar“, versichert von Schroeter. Der gemeinnützige Verein, der durch Spenden und Mitgliederbeitrage finanziert wird, habe bundesweit zahlreiche Außenstellen und Netzwerke mit Ärzten und Psychologen, damit Opfern schnellstmöglich und individuell geholfen werden könne.
Eine sichere Möglichkeit, sich vor Gewaltdelikten zu schützen, gibt es laut von Schroeter leider nicht: „Aber man sollte nach Möglichkeit besonders nachts nicht alleine, mindestens zu zweit oder in größeren Gruppen, das Haus verlassen.“

Telefonnumern des Weißen Rings:
0511/956  25 24 (Hannover-
Stadt), 0151/55 16 47 72 (Hannover-Land).

Friederike Andre


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