Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannovers Kabelnetz ist jetzt gigabitfähig
Hannover Meine Stadt Hannovers Kabelnetz ist jetzt gigabitfähig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 11.11.2018
Christoph Clément, Mitglied der Geschäftsführung Vodafone Deutschland (kleines Bild, inks) und Staatssekretär Stephan Muhle stellen das Projekt vor. . Foto: Rainer Droese Quelle: Rainer_Droese
Hannover

Vor einigen Jahrzehnten wurden in der alten Fabrikhalle in Linden-Süd Teile für die Lkw-Produktion von Hanomag Henschel gefertigt – jetzt steht dort sozusagen die Beschleunigungspumpe für das Internet, die Geschwindigkeit bis zu einem Gigabit je Sekunde erlaubt.

In einer „Halle in der Halle“ hat Vodafone einen von drei sogenannten CPOPs für sein Kabelnetz in Hannover in Betrieb genommen. Dort steht die neueste Elektronik drin, mit der das ehemalige Kabel Deutschland-Netz (das Unternehmen wurde 2013 übernommen) zu Höchstleistungen getrieben wird: Jetzt schon könnten hier 280 000 Haushalte (entspricht 40 Prozent der „kabelfähigen Haushalte“ in der Region) das neue Angebot nutzen. „Spätestens ab März“ soll dann allen, die hier ans TV-Kabelnetz von Vodafone angeschlossen sind, eine Internetgeschwindigkeit von bis zu 1000 Megabit je Sekunde (also einem Gigabit) zur Verfügung stehen. In der Region Hannover sind das laut dem Unternehmen dann etwa 65 Prozent aller Haushalte. Zudem gehe auch hier der Ausbau des Glasfasernetzes weiter - das bestehende, bereits Jahrzehnte liegende und nun „auf schneller“ und „gigabitfähig“ getrimmte Netz nutzt Koaxialkabel.

Gigabitertüchtigung für Alle

Das Gigabit-Netz kommt nicht nur in Hannover voran, sondern in ganz Niedersachsen. Das freut Stephan Muhle, Staatssekretär der Landesregierung im Digitalisierungsministerium. Er verwies anlässlich des „offiziellen“ Gigabitstarts in Hannover darauf, dass die Landesregierung ja im Sommer ihr Programm für den Ausbau der digitalen Infrastruktur vorgestellt habe und dafür mehr als 400 Millionen Euro bereitstelle. Muhle erklärte, dass man so von heute „vier Prozent gigabitfähigen Anschlüssen auf 60 Prozent im Jahr 2020“ kommen werde. Es sei inzwischen auch gelungen, mehr Fördermittel vom Bund dazu zu bekommen. Und er lobte die Kommunen, wie sie sich in Sachen „Gigabitertüchtigung“ in der letzten Zeit „sehr engagiert haben“. Das Land tue dies, da man die vom Bund vorgegebene 30 Megabit-Marke als „nicht mehr zeitgemäß“ ansehe, nicht erwarte, dass der Bund von sich aus hier genügend tun werde und man selbst 250 Megabit für Alle anstrebe. „Und wenn ich Alle sage, dann meine ich auch Alle!“, erklärte der Staatssekretär. Da seien noch 150 000 unversorgte Gebäude in Niedersachsen, die es bis 2025 anzuschließen gelte.

Digitalpartner des Landes

Vodafone Deutschland wird vom Land seit September als Partner der Digitalisierung gesehen – und Christoph Clement von der Geschäftsleitung erklärte in Hannover, dass man deswegen jetzt 180 Millionen Euro zusätzlich im Land investiere – zu den zuletzt etwa 150 Millionen Euro pro Jahr (bundesweit würden etwa zwei Milliarden Euro je Jahr in den Netzausbau investiert). Der Start ins Gigabit-Zeitalter jetzt sei „ein großer Schritt nach vorne, und da sind wir auch stolz drauf!“. Bis Jahresende sollen 960 000 Kabelhaushalte die neue Geschwindigkeit nutzen können, bis 2020 alle 2,5 Millionen Kabelhaushalte im Land.

Möglich wird die Aufrüstung der „alten“ TV-Kabelnetze durch neue Übertragungstechnik und mehr Platz im Kabel: Nach und nach werden alle analogen TV- und Radioprogramme aus dem Netz genommen (in Hannover war das am 25. September der Fall, Telekom folgte am 8. Oktober).

Breitbandstatus in der Region Hannover

In der Region Hannover gibt es auch noch „Weiße Flecken“ – hier wurde vor einem Jahr versprochen, dass die Deutsche Telekom und die Firma Northern Accsess bis Ende dieses Jahres dafür sorgen, das 5300 weitere Haushalte und 290 Unternehmen Zugang zu einem Internetanschluss mit mindestens 100 Megabit Bandbreite haben. Dann würde laut Region der Versorgungsgrad 99,6 Prozent betragen – was der Spitzenwert in Niedersachsen sei. Auf NP-Nachfrage hieß es am Donnerstag: „Telekom und Northern Access liegen sehr gut im Zeitplan; in einigen Ortsteilen ist der Ausbau bereits vollständig abgeschlossen und die Breitbanddienste können gebucht werden. Im Dezember wird alles fertig.“

Lau Regionssprecher Klaus Abelmann „erreichen wir nach unseren Daten nach dem geförderten Ausbau und dem laufenden Eigenausbau (ohne Fördermittel) der Telekommunikationsunternehmen bis Mitte 2019 einen Versorgungsgrad von rund 99 Prozent - leitungsgebunden mit mindestens 30 Megabit je Sekunde. Rund 2000 Adressen bleiben weiterhin unterversorgt.“ Die können eventuelle auf Abhilfe durch den künftigen Mobilfunkstandard 5G hoffen.

Von Ralph Hübner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stadt ist optimistisch: Der Besucherrekord von 2014 könnte in diesem Jahr fallen. Zum Ende der Gartensaison am 31.Oktober gab es schon 580.000 Besuche –rund 615.000 könnten es bis Dezember werden, sagt Gartendirektor Ronald Clark.

08.11.2018

Der Engelbosteler Damm ist für Radfahrer eine der gefährlichsten Straßen Hannovers. Der Bezirksrat Nord hat deshalb beschlossen, dass er zur Fahrradstraße werden soll. Andere Pläne hatte die CDU.

08.11.2018

Schlicht und modern soll er sein: Der neue Multifunktionsraum mit öffentlicher WC-Anlage im Berggarten. Weil die Höhe die historische Mauerbegrenzung nicht überschreiten darf, stellt der Bau eine architektonische Herausforderung dar. Und wird teuer: knapp 1,3 Millionen Euro.

08.11.2018