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Meine Stadt Bredero-Hochhaus: Wie geht es hier weiter?
Hannover Meine Stadt Bredero-Hochhaus: Wie geht es hier weiter?
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15:08 11.03.2018
SCHMUDDELECKE: Die Durchgangspassage neben dem Zaza hat sich zu einer öffentlichen Toilette und zum Schlafplatz für Obdachlose entwickelt. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Schmuddelecke am Raschplatz statt Hochglanz-Hochhaus in der City? Erst war bekannt geworden, dass sich die Sanierung der Fassade des Bredero-Hochhauses wegen fehlender Unterlagen auf unbestimmte Zeit verzögert (mehr dazu unten). Jetzt beklagen Anlieger eine zunehmende Verwahrlosung des Umfeldes.

Obdachlose hätten die Passage neben der Diskothek Zaza als Nachtlager für sich entdeckt und zu einer öffentlichen Toilette umfunktioniert. Mit der Folge, dass seit geraumer Zeit auch am Wochenende Gäste des Zaza und der Dax Bierbörse an die Wände des Durchgangs urinieren und Flaschen zurücklassen würden. Das wiederum würde die Flaschensammler-Szene anziehen. Weiteres Ärgerniss für einige Anlieger:  Ein Imbisswagen, der nur am Wochenende geöffnet hat, sonst aber nur an der Häuserwand neben der Disco stehe. „Das Umfeld ist ein Schandfleck geworden“, sagt ein Anlieger, der nicht genannt werden möchte.

Das Projekt entwickele sich, heißt es vom Investor

 
Besitzer der Immobilie ist die Maxime Invest GmbH. Dort sind die Probleme mit Obdachlosen und Wildpinklern nicht bekannt. „Der Parkhaus-Wächter kann diesen Bereich einsehen. Und wenn er etwas bemerkt hätte, wäre er eingeschritten“, so Udo Lüttighus von Maxime.  Er sagt, dass im Zuge der Sanierung der Gebäudefassade der Durchgang verschwinden werde. „Den Außenbereich sanieren wir mit, aus der Passage wird ein lobbyartiger Bereich mit Consierge für Hausbewohner und Hotelgäste.“ Lüttighaus betont, dass es keine Probleme mit der Stadt gebe und man in Kürze mit der Baugenehmigung rechne. „Der Prüfstatiker hat seinen Bericht Ende Februar abgeschlossen, dann wird er der Stadt übergeben.“ Sobald die Baugenehmigung vorliege, beginne unverzüglich die Sanierung der Fassade. „Davon haben wir keineswegs Abstand genommen.“ Im Gegenteil, das Projekt entwickele sich.

Inzwischen hat Maxime die 119 Eigentumswohnungen zwischen den Etagen sechs und 16 verkauft – an den Immobilienentwickler Helmut Dannenberg aus Döhren. Der will jetzt 15 Millionen Euro investieren und wartet auf die Baugenehmigung.

Verkauft hat Maxime außerdem im November 2017 das sogenannte Dreiecksgebäude an einen Investor aus England. In dieses Gebäude zieht die Hotelkette Holiday Inn Express, die gerade die Räume herrichtet. Zudem hat die heinekingmedia GmbH zusätzlich noch die vierte Etage  angemietet. Das Bredero-Hochhaus – immer mehr Eigentümer und einige offene Projekte.

Info: Fragezeichen bei der Fassade

Geht’s bald los oder nicht? Rund 20 Millionen Euro will die Maxime Invest GmbH in die Sanierung der Fassade des Bredero-Hochhauses stecken. Geplant ist eine Aluminiumoptik, dazu Balkone. Eigentlich sollte die Sanierung schon 2017 abgeschlossen sein, laut der Stadt fehlten aber Unterlagen und Informationen zur Fassadenkonstruktion. Deshalb sei die Baugenehmigung noch nicht erteilt. Das war Stand Anfang Februar.

Gestern verlautete am Rande des Bauausschusses, dass Maxime ein anderes Material für die Fassade verwenden wolle, weshalb eine Nachtragsänderung nötig sei. Dies führe zur erneuten Verzögerung. Auf Nachfrage sagte Udo Lüttighaus von Maxime jedoch, dass es bei einer Aluminiumfassade bleibe, wie es im Bebauungsplan stehe. „Wir verwenden eine neue Herstellungsmethode, durch die das Aluminium besser zu reinigen ist.“ Das, was man vorhabe, sei mit dem Bebauungsplan abgedeckt.

Von Andreas Voigt

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