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Meine Stadt Boot Boo Hook: Lady Ninja kämpft und siegt
Hannover Meine Stadt Boot Boo Hook: Lady Ninja kämpft und siegt
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19:55 22.08.2010
Die ekstatische Nkechi Ka Egenamba alias Ninja vom „Go! Team“ beim Boot-Boo-Hook-Festival auf dem Faust-Gelände in Hannover. Quelle: Wilde
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Von Sebastian Scherer

Hannover. Es klingt wie eine Verfolgungsjagd in einem B-Movie der 70er Jahre. Gehetzt, aber mitreißend. Irgendwie alt, dabei frischer als alles, was zuvor von der Boot-Boo-Hook-Bühne klang. „The Go!Team“ hat sich Sonnabend bei dem Festival am Faust für Größeres empfohlen – und Sängerin Nkechi Ka Egenamba alias Ninja fürs Sportabzeichen, Disziplin Verausgabung.

Das Sextett aus dem englischen Brighton vermengt Hip-Hop mit krachigem Rock, Cheerleader-Schlachtrufe mit Funk. Und dadrin: Ninja, die tanzt, als ginge es um ihr Leben, ihre schwarzen Locken schwingt, springt, tritt, schreit – und mit dieser Energie selbst notorische Stillsteher zum Mitnicken bringt. 5000 Menschen sehen sich das in Linden an, das Boot Boo Hook ist fast ausverkauft. Und Ninjas „Go! Team“ wirkt, als würde es sich bei jedem persönlich mit der bestmöglichen Show bedanken wollen – gefühlt sogar bei den hunderten Sparfüchsen, die auf der angrenzenden Wiese zwar nichts sehen, aber mithören konnten.

5000 Zuschauer, richtig gute Musik – beim dritten Boot-Boo-Hook-Festival in Hannover wurde fast alles richtig gemacht.

Bestmöglich lief davor am Sonnabend, dem zweiten Festivaltag, nicht alles. Vorm „Go! Team“ wollten die Hamburger Sterne eine Stunde lang ihren Deutschrock-Elektro-Mix spielen, wegen technischer Probleme und der damit verbundenen Verspätung blieb es bei 30 Minuten. Wenig erfreut darüber, arbeitete sich Sänger Frank Spilker durchs Mini-Set und entschuldigte sich für fehlende Kommunikation: „Wir wollen wenigstens ein paar Lieder spielen.“ Dass dem neuen Elektro-Stil viele Klassiker zum Opfer fielen – schade. „Universal Tellerwäscher“ von 1994, der letzte Song, begeisterte sichtbarer als neue Stücke von „24/7“.

Wie man das mit der elektronischen Musik komplett richtig macht, zeigten die Headliner Hot Chip. Der schmächtige Sänger Alexis Taylor, mit Hornbrille und ganz in Weiß, sieht aus wie einer, der beim Schulsport immer als Letzter in die Mannschaft gewählt wurde. Dafür haben er und seine Bandkollegen – der zweite Sänger Joe Goddard war per Leinwand zugeschaltet, seine Frau lag in den Wehen – geschafft, einen enorm tanzbaren Stilmix zu kreieren. Da schüttelt Taylor die Rasseln im technoiden Takt, es klingt mal nach Pet Shop, dann nach Beach Boys, aber immer mit einem treibenden Beat und faszinierend klarem Gesang. „We are ready for the floor“, erklären Hot Chip – das Publikum ist es auch.

Hot Chip beenden damit Sonnabend das Programm auf der Hauptbühne – danach wird in 60er-Jahre-Halle und Mephisto weitergefeiert. Exzessiv mit Bratze, modern-weltmusikartig mit den Neuseeländern The Ruby Suns. Einziger Wermutstropfen: Die wenigsten der 5000 Gäste verziehen sich nach Hause oder ins Zelt. Lange Schlangen, viel Gedränge. Aber dass die Besucher nicht weg wollen, ist ja am Ende auch ein gutes Zeichen.

Bewertung: 5/5.

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