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Meine Stadt Blinde Frau stürzt zwischen Waggons von Stadtbahn
Hannover Meine Stadt Blinde Frau stürzt zwischen Waggons von Stadtbahn
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19:08 05.10.2010
In der U-Bahn-Station Markthalle stürzte eine blinde Frau vor die Stadtbahn. Quelle: Wilde
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Von Sebastian Scherer

Hannover. Es waren nur wenige Sekunden – aber sie haben einer 40-Jährigen das Leben gerettet: Die sehbehinderte Frau fiel gestern um 15.38 Uhr in der Station Markthalle/Landtag zwischen den Trieb- und den Beiwagen einer Stadtbahn der Linie 3. Bevor der Fahrer den Zug Richtung Altwarmbüchen wieder in Bewegung setzte, machten umstehende Personen ihn auf das Unglück aufmerksam. Wäre er losgefahren, hätte die Frau kaum überlebt. Die blinde Frau hatte den Raum zwischen den Wagen für eine geöffnete Tür gehalten.

In vielen Stationen gibt es, um solchen Unfällen vorzubeugen, für Sehbehinderte einen in den Boden eingelassenen Leitstreifen. Das sind Platten, in die Rillen eingearbeitet sind, an denen sich Blinde mit ihrem Stock orientieren können. Vor Türen sind diese breiter – so ist auch klar, wo der Einstieg ist. An der Station Markthalle gibt es dieses Leitsystem noch nicht. „Die Infrastrukturgesellschaft plant 2012 einen Fahrstuhlbau für die Station, während der Arbeiten soll auch der Steig erneuert werden“, sagt Iwannek. Ob die geplanten Arbeiten nun schneller durchgeführt werden, prüfe man.

Iwannek betont, dass es für Behinderte weitere Hilfsangebote gibt – wer Unterstützung brauche, könne jederzeit die Notrufsäulen betätigen. Dann kämen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Protec. Ebenso könne Begleitung für die Fahrten beim Mobilitätsservice der Üstra erbeten werden.

Die Behindertenbeauftragte der Stadt Hannover, Andrea Hammann, findet es „schlimm“, dass an einer Innenstadtstation noch keine Leitstreifen installiert sind: „Wünschenswert wäre es, dass alle Haltestellen damit ausgestattet werden.“ Das ist laut Iwannek geplant.

Ein Mann (41) ist um 16 Uhr am Kröpcke ins Gleisbett der Linien 1, 2, und 8 gefallen. Er sei zuvor getorkelt. Bevor eine Bahn kam, konnte er von Passanten befreit werden.

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