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ZIEMLICHE KATASTROPHE: Bauunternehmer Rainer Lorenz fordert bei kurzfristiger Einführung der blauen Plakette eine lange Übergangszeit für Gewerbetreibende. Foto: Schmidt

ZIEMLICHE KATASTROPHE: Bauunternehmer Rainer Lorenz fordert bei kurzfristiger Einführung der blauen Plakette eine lange Übergangszeit für Gewerbetreibende.© Schmidt

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Umwelt

Blaue Plakette in Hannover: Das wäre ein „Berufsverbot“

Die erneut aufkeimende Diskussion um ein mögliches Verbot für Dieselfahrzeuge in der Stadt treibt vor allem Hannovers Gewerbetreibende derzeit um.

Hannover. Taxifahrer und Handwerker fürchten, die durch drohende Strafzahlungen an die EU forcierte Grenzwertdebatte könnte ihnen durch die blaue Plakette und Fahrverbote das Geschäft kaputt machen. Der Grund: Sie fahren vor allem ältere Diesel.

„Wir brauchen in so einem Fall eine lange Übergangszeit“, fordert der Hainhölzer Bauunternehmer Rainer Lorenz. Seine 15 Dieseltransporter fahren täglich nur wenige Kilometer bis zu Baustellen im Stadtgebiet und werden dort bis Feierabend geparkt. Deshalb sind sie im Schnitt zehn Jahre im Einsatz. Ein neuer Fuhrpark wegen der blauen Plakette sei für ihn kurzfristig wirtschaftlich nicht vertretbar, sagt er. Er halte es im übrigen für „eine Schweinerei, wenn die Autoindustrie als Verursacher nicht betroffen ist, aber dafür wir Verbraucher“.

Auch für Hannovers Taxifahrer wäre eine kurzfristige Einführung der blauen Plakette, wie sie theoretisch durch anstehende Gesetze des Bundes und des Landes bevorstehen könnte, „katastrophal“, so 3811-Geschäftsführer Sven-Marcus Fürst. „Wir müssten überlegen, wie wir angesichts unserer Beförderungspflicht mit so etwas umgehen“. Von den 640 Taxen im Stadtgebiet dürften aktuell dann nur 100 auf die Straße, weil sie einen Hybridantrieb haben oder als Dieselmodelle mit Verkaufsdatum nach September 2015 die Plakettenvorgabe erfüllen.

Dietmar Rokahr, Vize-Chef der Handwerkskammer Hannover, setzt darauf, dass die Stadt wie schon bei der grünen Plakette zum Entgegenkommen für 15 000 Handwerksfahrzeuge, von denen das Gros mit Dieselantrieb fährt, bereit ist. „Sonst würde das ja einem Berufsverbot gleich kommen“, sagt er.

Auch die Stadt versucht, die Gemüter zu beruhigen. „Es geht bislang eher um Gedankenspiele als konkrete Pläne“, sagte so Sprecher Alexis Demos gestern zur NP. Zuvor hatte Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (SPD) betont, es gebe keinen Ansatz für Fahrverbote. Dafür aber vielfältige Maßnahmen, um die stellenweise hohe Stickstoffbelastung einzudämmen. Noch 2016 soll der zweite Luftreinhalteplan beraten werden.


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