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Meine Stadt Bilanz nach Großrazzia am Steintor
Hannover Meine Stadt Bilanz nach Großrazzia am Steintor
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13:59 21.11.2010
Abgeriegelt: Die Polizei sperrte am Freitagabend die Reitwallstraße großräumig ab. Quelle: Elsner

Hannover. 80 Beamte der Polizeiinspektion Mitte sperrten die Reitwallstraße für fast zwei Stunden komplett ab und kontrollierten rund 140 Personen in mehreren Einrichtungen. In einer Spielhalle stellten die Polizisten fünf Konsumeinheiten Kokain sicher (jeweils etwa 0,6 Gramm), in einem weiteren Objekt fanden sie zwölf Ecstasy-Tabletten sowie eine scharfe Pistole vom Kaliber 7.65 mit sechs Schuss Munition.

Olaf Gösmann, Leiter der Polizeidirektion Mitte, lobte das Vorgehen der eingesetzten Beamten im Steintor: "Die Kolleginnen und Kollegen gehen gezielt auf aggressive Personen zu und versuchen immer wieder mit Erfolg, angespannte Situationen und sich anbahnende Schlägereien schon im Ansatz zu entschärfen."

Laut Polizei habe es allein in den Jahren 2009 und 2010 rund 300 Straftaten in der Reitwallstraße gegeben. Hauptsächlich habe es sich dabei um Körperverletzung und Drogengeschäfte gehandelt. Polizeisprecher Stephan Wittke: „Die Reitwallstraße ist ein Rückzugsraum für Dealer und Schläger, die wollen wir nicht ungestört lassen.“ Die Aktion stand unter dem Motto „öffentliche Sicherheit und Ordnung“ und setzte die verstärkten Steintorkontrollen der vergangenen Wochen fort.

Nach einer ersten Auswertung habe sich durch diese polizeiliche Maßnahme ein positiver Trend in der Kriminalitätsentwicklung abgezeichnet. Seit Oktober 2009 sank demnach die Zahl der registrierten Straftaten von 164 auf 150. Dieser Rückgang ist nach Angaben der Polizei insofern umso bemerkenswerter, als dass die Zahl der festgestellten Drogendelikte im Steintorbereich durch die erhöhte Polizeipräsenz erwartungsgemäß deutlich angestiegen sei: von 21 auf 41 in diesem Zeitraum. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sank hingegen leicht von 32 auf 29.

Gösmann betonte allerdings, dass die bisher gewonnenen Erkenntnisse noch keine endgültigen Schlüsse zuließen. Die Entwicklung müsse über einen langen Zeitraum beobachtet und analysiert werden: "Klar ist aber, dass wir die Polizeipräsenz am Steintor bis auf weiteres aufrecht erhalten werden."

Nach Mitternacht wurde der jetzige Einsatz nach Polizeiangaben wie geplant auf das gesamte Innenstadtgebiet ausgeweitet. Die Beamten sollten vor allem aggressives Verhalten beobachten. Der Einsatz dauerte bis zum frühen Samstagmorgen. Die Bilanz: 350 Identitätsfeststellungen, 46 Platzverweise, sechs Inobhutnahmen alkoholisierter Jugendlicher, und sechs Bargeld-Verwarnungen wegen öffentlichen Urinierens. Die Beamten stellten außerdem 17 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz fest, zwei Verstöße gegen das Waffengesetz, fünf Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz sowie drei Fälle von Körperverletzung.

(ots)

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