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Meine Stadt Berater mit dem Sieger-Gen
Hannover Meine Stadt Berater mit dem Sieger-Gen
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00:25 19.05.2018
HILFE AUS HOLLAND: Oeds Westerhof berät die Stadt ab Juni bei ihrer Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt. Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

„Klein Amsterdam“ wird diese beschauliche niederländische Stadt wegen ihrer idyllischen Grachten, Bürgerhäuser und engen Gassen genannt. Nur 20 Minuten braucht man, um sie zu durchlaufen. Und nur 100 000 Einwohner hat Leeuwarden. Trotzdem ist die Stadt im Norden von Friesland jetzt europäische Kulturhauptstadt.

Der Mann, der diesen Erfolg möglicht gemacht hat, heißt Oeds Westerhof. Der 46-Jährige ist eine Art Generalkommissar für das Kulturhauptstadtjahr in Leeuwarden – und berät ab Juni die Stadt Hannover, wie sie den Titel 2025 an die Leine holen kann. „Herr Westerhof ist unser Berater, unser Begleiter, unser Wegweiser bis ins nächste Jahr“, sagte Hannovers Kulturdezernent Harald Härke gestern bei der Vorstellung des Niederländers.

Bis Sommer 2019 ist seine Arbeit nämlich befristet, denn bis dahin – wohl im August oder September – muss Hannover sein „Bid Book“ abgeben. Das ist das Bewerbungsbuch, in dem neben einem Wirtschaftsplan das drinsteht, was sich Hannover zum Thema „Nachbarschaft“ so alles hat einfallen lassen. Es umfasst die Jahre ab 2021 bis 2026, also auch das Thema Nachhaltigkeit.

Das ist die Stadt Leeuwarden

Leeuwarden, die Hauptstadt der Provinz Friesland im Nordwesten der Niederlande, hat rund 100 000 Einwohner. Viele von ihnen pflegen auch heute noch eine eigene Sprache: Friesisch.

Mit seinen mehr als 600 Denkmälern gehört die Stadt zu den Top-15-Denkmalstädten in Holland. Das historische Zentrum stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, der Vergleich mit Amsterdam drängt sich wegen der Grachten, Cafés am Wasser und Backsteinhäuser auf. Bekannte „Kinder“ Leeuwardens sind Meisterspionin Mata Hari und Zeichner M. C. Escher.

Wahrzeichen Leeuwardens, das 1435 die Stadtrechte erhielt, ist der gotische Turm „Oldehove“ von 1529: Wegen der Instabilität des Bodens hat der 40 Meter hohe Kirchturm eine Schräglage, schiefer als der schiefe Turm von Pisa. Am Rande des Zentrums deuten heruntergekommene Fassaden und verlassene Geschäfte auf Armut und sozialen Abstieg hin.

Rund 100 000 Euro lässt sich die Stadt diese Beratertätigkeit des Holländers kosten, die nicht an einen Wohnungswechsel gebunden ist und die parallel läuft zu Westerhofs Arbeit in Leeuwarden bis November. So lange ist die Stadt im Nachbarland nämlich noch europäische Kulturhauptstadt.

Bei seiner Vorstellung gestern im Kulturhauptstadtbüro im Ihme-Zentrum erinnerte der Generalkommissar ans Jahr 2012, als er schon die Wettbewerbskampagne für die Friesen leitete. Das war auf dem Höhepunkt der EU-Krise. Während die anderen Bewerber eher auf die kulturellen Werte Europas setzten, habe er einen bescheideneren Ansatz gewählt. „Wir haben ein Wort in unserer Sprache Friesisch, das ist ‚mienskipp‘. Das könnte man übersetzen mit ,offene Gemeinschaft‘. Und Gemeinschaft, das ist etwas, worüber Europa funktioniert. Dass sich nämlich die Leute in ihrer Straße, in ihrer Stadt, ihrem Land und schließlich in Europa wiederfinden. Und deswegen haben wir gewonnen.“

„Nachbarschaft“ heißt das Konzept bekanntlich in Hannover und ist damit ähnlich wie das in Leeuwarden, das damit größere Städte wie Den Haag, Utrecht und Maastricht ausgestochen hat. „Wir haben alles von unten heraus organisiert. Wenn nicht alle mitmachen, hätte das nie funktioniert“, sagt Westerhof. Rund 30 000 Menschen aus der Region Leeuwarden liefern aktuell einen Beitrag zum Programm. Beteiligung der Bürger – genau dies möchte er auch in Hannover schaffen. Die Landeshauptstadt kenne er bislang nur aus zwei Besuchen, wobei ihm bereits aufgefallen sei, dass die Stadt viele schöne kleine Ecken habe. „Die sind interessant für das Thema Nachbarschaft, und die könnten was sein für die Bewerbung“, sagt Oeds Westerhof. Was er meinte: das Veranstaltungsgelände Faust, einen Kiosk und Spielplatz in Linden. „Aber das ist nur eine grobe Vorstellung.“

Von Andreas Voigt

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