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Meine Stadt Bemerode: Notruf besetzt, Auto demoliert
Hannover Meine Stadt Bemerode: Notruf besetzt, Auto demoliert
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00:16 28.08.2017
SAUER:Dirk W.s geparktes Auto wurde bei einer Massenschlägerei beschädigt. Beim Polizeinotruf hing er derweil in der Warteschleife. Quelle: Foto: Körlin
Hannover

 Tatort Bemerode: Zwei Gruppen junger Männer prügeln sich. Einige von ihnen tragen Messer. Andere werfen schwere Schottersteine. Dabei werden nachts im Bereich Kattenbrookstrift/Johannesstraße mehrere Fahrzeuge von Unbeteiligten beschädigt. Auch der Audi von Anwohner Dirk W.

Der 53-Jährige verfolgt die Massenschlägerei von einem Wohnungsfenster aus und ärgert sich – nach seinen Angaben ist die Polizei über den Notruf 110 minutenlang nicht erreichbar.

W. berichtet: „Es war in der Nacht zu Sonntag gegen 23 Uhr. Erst gab es Geschrei, dann sind zwei größere Gruppen junger Leute mit Fäusten und Messern auf der Straße aufeinander losgegangen. Dabei flogen auch faustgroße Schottersteine.“

Der Karosseriebauer wählt den Notruf 110: „Ich kam nicht durch, hing minutenlang in der Warteschleife.“ Schließlich ruft ein Anwohner, der auf der Straße steht: „Wem gehört das rote Auto?“ Es ist der Audi A 3 von Dirk W.

Der 53-Jährige, der die Polizei über Notruf immer noch nicht hat erreichen können, drückt seiner Frau den Telefonhörer in die Hand und geht mit seinem Hund auf die Straße.

Dort prügeln sich weiterhin zwei Gruppen, laut W. junge Männer mit arabischen Migrationshintergrund. Dann steht der Familienvater fassungslos vor seinem Auto: „Fahrer- und Beifahrerfenster waren zersplittert, in einem Kotflügel war eine Beule.“ Auch andere Fahrzeuge seien beschädigt gewesen.

W. berichtet: „Die Polizei war immer noch nicht zu sehen.“ In diesem Moment sieht der 53-Jährige fünf Beteiligte der Massenschlägerei flüchten – sie kommen näher. „Einer von ihnen trug deutlich sichtbar ein Messer – er drohte mir mit den Worten: ,Ich stech Dich ab.’ Ich entgegnete: ,Dann mache ich den Hund los.’“ Antwort des Bewaffneten: „Dann stech ich den auch ab.“ Die jungen Männer laufen weg.

Kurz darauf treffen erste Funkstreifenbesatzungen ein. „Da waren alle Schläger bereits geflüchtet“, sagt W. Nach seinen Angaben wurden mehrere Autos von den jungen Leuten beschädigt.

W. klagt: „Die Polizei war so spät hier, dass sie keinen Täter mehr erwischt hat.“ Und: „Der Bereich Kronsberg hat sich aus meiner Sicht zu einem Problemviertel entwickelt. Hier gibt es öfter Zoff zwischen Arabern. Doch die Polizei aus der Südstadt braucht zehn, 15 Minuten, bis sie hier ist. Auf meinem Schaden bleibe ich jetzt wohl sitzen.“ Die Reparaturen an seinem Auto werden rund 1000 Euro kosten.

„Es gab Streitigkeiten zwischen zwei größeren Gruppen – dabei flogen auch Gegenstände“, bestätigt Polizeisprecherin Wiebke Weitemeier den Vorfall in Bemerode auf NP-Anfrage.

Bisher lägen zwei Anzeigen von Autobesitzern vor, deren Fahrzeuge bei der Auseinandersetzung auf der Straße beschädigt worden seien. Beamte hätte von einigen die Personalien festgestellt. Ob sich darunter auch Verantwortliche für die Sachbeschädigungen befänden, werde noch geprüft.

Dazu, dass Anwohner Dirk W. nach eigenen Angaben nach dem Wählen des Notrufs 110 minutenlang in der Warteschleife hing, sagt die Polizeisprecherin: Das könne passieren, wenn zeitgleich zahlreiche Anrufe in der Leitstelle eingingen.

Von Andreas Körlin

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