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Flüchtlinge

Bearbeitungsstau bei der Stadt

Derzeit kommen bis zu 100 Flüchtlinge wöchentlich (manchmal noch mehr) nach Hannover. Die Stadt hat große Mühe, Unterkünfte zu finden - oder anzunehmen.

Hannover. Für eine Immobilienfirma aus Hannover war das ein Grund, leerstehende Wohnungen, Gewerbeimmobilien oder auch Neubauten für Flüchtlingsunterkünfte anzubieten. „Wir haben mit unserer Anfrage keine Gewinnabsichten verfolgt. Wir waren wegen der täglichen Nachrichten alarmiert und wollten helfen“, sagt der Immobilienkaufmann.

Doch was er dann von einer städtischen Mitarbeiterin hörte, verschreckte ihn: „Die Frau sagte zu mir, dass es derzeit einen Bearbeitungsstau von vier bis sechs Monaten gebe. Ich soll 2016 wieder nachfragen.“ Damit war gemeint, dass die Stadt erst im nächsten Jahr Zeit habe, die Anfrage zu registrieren. Ob die Mietkonditionen (Preis, Lage, Zustand) für die Stadt überhaupt in Frage kämen, müsse anschließend geklärt werden.

„Als ich das gehört habe, war ich entsetzt“, sagt der Immobilienkaufmann. Wegen der Ausschreitungen gegen Flüchtlingsunterkünfte möchte er den Namen seiner Firma nicht in der Zeitung lesen. Man hätte sofort zehn bis 15 Wohnungen in einer Größe von 40 bis 120 Quadratmetern anbieten können - zur ortsüblichen Miete. Also etwa fünf bis sechs Euro je Quadratmeter. Zum Vergleich: Eine Container-Unterkunft kostet acht Euro je Quadratmeter.

Stadtsprecher Dennis Dix räumt ein, dass die personellen Kapazitäten für die Organisation der Flüchtlingsunterkünfte begrenzt seien. Den „Bearbeitungsstau von vier bis sechs Monaten“ mochte er aber nicht bestätigen: „Wir müssen jede Unterkunft auf ihren Zustand, Preis und Lage untersuchen.“ Das sei sehr aufwendig. Außerdem komme auch nicht jedes Haus in Frage. Weil wöchentlich eine große Zahl von Flüchtlingen käme, bevorzuge man derzeit sehr große Unterkünfte.

Diese Auskunft hat auch der Immobilienkaufmann erhalten. Seine Firma konnte Gewerbeflächen im ausgebauten und unausgebauten Zustand von 50 bis 250 Quadratmetern anbieten. Für die Stadt seien solche Flächen erst ab 400 Quadratmetern interessant.

Stadtsprecher Dix bestätigte, dass es auch noch weitere Angebote von Immobilieneigentümern gebe. In welcher Zahl, konnte er gestern nicht sagen. Trotzdem meinte der Stadtsprecher: „Wir freuen uns über jedes Angebot.“


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok