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WEGEBAU: Der Pfad wächst, die Wegeführung ist schon gut zu erkennen.

WEGEBAU: Der Pfad wächst, die Wegeführung ist schon gut zu erkennen.© Fotos: Wilde

Zoo

Baustellenbesuch: Afi-Mountain bald startklar

Der Zoo macht sich fit für die Zukunft. Derzeit müssen die Besucher sich noch mühsam um die zwei Großbaustellen im Tierpark herumschlängeln, doch zumindest beim Bau der neue Erlebniswelt Afi Mountain ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Hannover.  Der Weg wächst je nach Breite fünf bis sechs Meter pro Tag. Über eine Schicht aus verdichtetem Mineralgemisch kommt eine Folie, darüber ein Stahlgeflecht, schließlich eine Betondecke. Anschließend wird alles mit Farbstaub bedeckt, rötlich wie in Afrika.

Bis zum Ausgang aus dem Tunnel, aus dem die Besucher später die neue Themenwelt Afi-Mountain allmählich verlassen werden, haben die Wegebauer noch eine ziemliche Strecke vor sich. Die Zeit drängt, zumal der frische Pfad drei Tage Trocknungszeit braucht. Bis zum Abend des 4. Augusts, zur Eröffnung für geladene Gäste, muss alles fertig sein.

Die große Freiluftvoliere, in der sich Drills und Meerkatzen durch den Dschungel hangeln sollen, steht. Doch noch werden die Drähte der Konstruktion dort, wo sie am Boden oder am künstlichen Felsen aufliegen, mühsam per Hand verknotet. Der Gehweg muss aufgeschüttet werden, im Felsentunnel lässt sich schon erahnen, was dem Besucher hier an eindrucksvollen Erlebnissen geboten werden wird: Durch Fenster unterschiedlicher Größe werden sie wie schon in der Schimpansenanlage Kibongo einen unmittelbaren Einblick in die vermeintlich ungestörte Natur werfen können. Licht- und Geräuschsimulationen, sogar ein Nebelwerfer sollen dann für die richtige Regenwaldatmosphäre sorgen.

Doch es herrscht viel Verkehr auf dem immer enger werdenden Bauplatz. Lastwagen rangieren mit Baggern um die Wette, und natürlich kann kein Weg frisch verlegt werden, wenn kurz darauf schweres Gerät dort lang rollen muss. „Die Koordination der Baustelle ist eine echte Herausforderung“, stöhnt Zoochef An­dreas Casdorff. Alle Arbeiten müssen aufeinander abgestimmt werden.

An der rechten Seite der Voliere wird bereits das Gerüst abgebaut, während andere Arbeiter die Tiefbordsteine setzen, welche die Arealgrenze markieren. Das wird in zwei Wochen alles nicht mehr zu sehen sein. Auch die Personalschleuse in die Voliere, vor der sich jetzt noch Sandhaufen türmen, wird dann hinter dichtem Bewuchs verschwinden. Es sei wichtig, die Illusion zu erhalten, so der Zoochef: „Es stellt sich immer die Frage, wie wir die Technik möglichst unsichtbar machen können.“

Der Entdeckerpfad wird die Besucher von der Giraffenanlage aus über die Schimpansenanlage und den Gorillaberg zu der Drill-Voliere führen. Was heute noch nach Wüste aussieht, soll dann ein Regenwald sein.

Der neue Zooeingang

Eine weite Sandfläche, vereinzelt brettergeschützte Bäume – der Eingangsbereich des Zoos macht derzeit einen trostlosen Eindruck. Der zentral stehende tote Stamm könnte da fast als Menetekel wirken. Doch Vorsicht! In ihm verbirgt sich das erste, inoffizielle Gehege des Zoos, denn der Baum beherbergt den geschützten Heldbockkäfer.

Der alte Verwaltungsbau ist abgerissen, der Busterminal schützend abgedeckt. „Die unterirdische Infrastruktur steht“, so Casdorff. Dann kann bald mit ersten Bauten begonnen werden. Am Rande des Notweges, der die Besucher vom Parkplatz zum Eingang leitet, steht schon eine neue Natursteinmauer. Im späten Frühjahr, spätestens aber bis zu den Sommerferien 2018 soll der neue Eingangsbereich die Visitenkarte des Zoos bilden.

Das Zoo-Panorama

Die dritte Baustelle, diesmal nicht im sondern am Zoo, fällt zunächst gar nicht auf. Hinter dem Parkdeck ist ein etwa 32 Meter hoher Turm entstanden. Noch gibt es Lücken in der Abdeckung aus grünen Dämmplatten, die Blicke auf das nackte Stahlskelett erlauben.

Aber nicht mehr lange. „Nächste Woche kommt der Deckel drauf“, sagt Casdorff. Zwei Kräne werden dafür gebraucht, während Arbeiter im Inneren des Turms auf Hubsteigern die Elemente verschrauben.

Schon jetzt wirkt die große Rotunde beeindruckend. Wenn alles fertig ist, wird eine riesige Leinwand über die gesamte Innenfläche gespannt, auf der dann das 360-Grad-Regenwald-Panorama des Künstlers und Architekten Yadegar Asisi zu sehen sein wird. Die Eröffnung ist für den November geplant. Der Eintritt wird extra kosten, es wird aber Kombitickets geben. „Über die Preisgestaltung auch für Jahreskartenbesitzer denken wir gerade nach“, so Casdorff.

Fit für die Zukunft

Drei Projekte, mit denen der Zoo sich fit für die Zukunft machen will. Die Gesamtkosten betragen 14,3 Millionen Euro, 5,7 Millionen davon für Afrika-Voliere und Drillwald, 4,6 Millionen für den neuen Eingangsbereich und vier Millionen für das Asisi-Panorama, das auf zunächst fünf Jahre begrenzt ist. „Eine Nachnutzung ist aber auf jeden Fall möglich“, betont Casdorff, „wir denken über verschiedene Möglichkeiten nach.“ Auch ein Rückbau auf eine geringere Höhe sei dabei denkbar.

Was nach Fertigstellung des neuen Eingangsbereichs mit den jetzigen Kassenhäuschen und dem Andenken-Shop passieren wird, ist noch unklar. Klar ist aber, dass dort bereits die nächste Baustelle wartet.

Von Andreas Krasselt

Zoo Hannover

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