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Meine Stadt Banken sparen sich das Kleingeld
Hannover Meine Stadt Banken sparen sich das Kleingeld
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00:16 13.01.2017
WOHIN DAMIT? Nur die Sparda-Filiale am Hauptbahnhof nimmt das Geld aus dem Sparschwein noch ungerollt. Quelle: Michael Wallmueller
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Hannover

Wenn man es genau nimmt, ist wieder mal die Europäische Union an allem schuld. Beziehungsweise die europäische Hartgeldverordnung. „Früher haben die Leute ihr Münzgeld gerollt, auf die Rollen ihre Kontonummern geschrieben und wir haben diese Rollen an andere Kunden weitergegeben“, erklärt Volksband-Sprecher Marko Volck. Das dürfen die Banken und Sparkassen nicht mehr, sie müssen das Geld auf Echtheit und Umlauffähigkeit – also ob es zum Beispiel verbogen ist – überprüfen.

Und weil die Geräte, die das prüfen, viel Geld kosten, sind die Zeiten vorbei, in denen man seine Cents und Euros mal eben gerollt oder ungezählt zur Bank bringen konnte. Zumindest muss man in vielen Fällen – wie bei der Sparkasse – eine Gebühr dafür zahlen. Oder es ist umständlicher geworden, weil nicht mehr jede Bank (wie die Deutsche) oder jede Filiale (wie die der Sparda) das „Klimpergeld“ annehmen.

Bei der Sparda-Bank in Hannover ist man über die Verwirrung darüber ein wenig verwirrt. „Wir haben ja nur Privatkunden und keine Geschäftskunden, die große Mengen an Münzen einzahlen wollen“, sagt Sprecherin Ariane Rehbein, „und wir haben auch nie große Aktionen wie Weltkinderspartage initiiert.“ Dafür könnten Kunden in der Hauptfiliale (von vier Filialen in Hannover und Langenhagen) ihr Münzgeld kostenfrei am Automaten einzahlen, egal, wie viel es ist. Dass in 23 von 25 Filialen im Geschäftsbereich Hannover (fast ganz Norddeutschland) kein Münzgeld mehr angenommen werde, sei schon seit 2016 so, „Beschwerden gab es nur sehr vereinzelt“.

Bei der Sparkasse können Kunden „unverändert ihr Kleingeld loswerden“, sagt Sprecher
Stefan Becker. Nun, nicht ganz unverändert. Beträge bis 50 Euro könnten weiterhin kostenfrei eingezahlt werden. Das betrifft vor allem Geschäftsleute, die viel Kleingeld in der Kasse haben. Das Geld wird in einem „Safebag“, einer stabilen Transporttasche, in eine Geldzählmaschine gekippt, der Betrag wird dem Kunden auf seinem Konto gutgeschrieben. Pro „Safebag“ müssen 6,50 Euro bezahlt werden, egal, wie viele Münzen ab einem Wert ab 50 Euro eingezahlt werden. Dabei haben Sparkasse und Volksbank die mühselige Zählerei gemeinsam an „an einen Dienstleister“ (so Becker) ausgegliedert, bei dem „unter strengen Sicherheitsvorkehrungen“ die Münzen gezählt werden.

Dies sei eine Dienstleistung, die mit einer aufwendigen Logistik verbunden sei, so der Sparkassensprecher. Deswegen werde sie auch den Kunden in Rechnung gestellt.
Allerdings gibt es viele Ausnahmen, „um den Spargedanken nicht zu konterkarieren“, meint Stefan Becker. Bis zum 18. Lebensjahr ist die Münzabgabe für Kunden kostenfrei, ebenso für Kollekten von Kirchengemeinden, von karikativen, städtischen und kommunalen Einrichtungen sowie von Spendenorganisationen – vorausgesetzt, es geht immer auf das eigene Konto.

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