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WARMES ESSEN: Noch verteilen ehrenamtliche Helfer der Bonhoeffer-Gemeinde Mittagessen in der Grundschule Mühlenberg. Doch das Projekt läuft aus.

WARMES ESSEN: Noch verteilen ehrenamtliche Helfer der Bonhoeffer-Gemeinde Mittagessen in der Grundschule Mühlenberg. Doch das Projekt läuft aus.© Nico Herzog

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Soziales

Bald kein Essen mehr für arme Mühlenberg-Kinder

Traurige Bescherung für arme Kinder im Stadtteil Mühlenberg: Die Bonhoeffer-Kirchengemeinde beendet mit Beginn der Weihnachtsferien den sozialen Kinder-Mittagstisch.

Hannover. Grund: Der Hauptsponsor ist abgesprungen, die Gemeinde kann das Projekt nicht aus eigener Tasche finanzieren. Einen Ersatzsponsor habe man nicht finden können, so Pastor Holger Hannemann: „Das lässt sich nicht aus der Hand schütteln, da ist alles ausgereizt.“

Bis zu 70 Kinder erhalten in der Grundschule Mühlenberg in der Leuschnerstraße täglich Mittagessen zum Preis von 1,20 bis 1,50 Euro. Die Kosten dafür würden pro Jahr bei 40000 bis 50000 Euro liegen, betont Hannemann. Das meiste seien Personalkosten für die Zwei-Drittel-Stelle einer Diakonin.

Diese Kosten hatte bislang der Stadtkirchenverband getragen. Doch der muss ebenfalls sparen, auch an Stellen.Mit einem Personalentwicklungsplan werden die Einsatzgebiete der Diakone und Diakoninnen umstrukturiert. Auch der Mühlenberger Mittagstisch ist davon betroffen. „Das war aber langfristig bekannt“, so Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann, „das Projekt war auf fünf Jahre befristet gewesen.“

Der Anteil sozial bedürftiger Familien ist auf dem Mühlenberg hoch, jedes dritte Kind dort lebt von Sozialleistungen. „Da muss etwas passieren, das ist klar“, sagt Pastor Hannemann, „aber der Anstoß muss von außen kommen.“ Etwa von Politik und Verwaltung. Der Ausbau der Grundschule zur Ganztagsschule, von dem vor einem Jahr noch keine Rede gewesen sei, stehe nun auf Platz eins der Liste. „Die Planungen haben begonnen“, bestätigt Stadtsprecherin Susanne Stroppe, „ein Termin steht aber noch nicht fest.“ Vor 2015 werde daraus nichts werden.

Stadtsuperintendent Heinemann verwahrt sich indes gegen Versuche, dem Stadtkirchenverband die Verantwortung zuzuweisen. Dass der Mittagstisch auslaufe, liege möglicherweise auch an „Ungeschicklichkeiten handelnder Personen“, sagt er. Der Verband habe signalisiert, falls die Sachkostenfrage geklärt sei, im Rahmen seiner Möglichkeiten mit dem Einsatz von Diakoniemitarbeitern zu helfen: „Ein erneuertes Projekt könnte auf unserer Förderliste stehen.“


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