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Meine Stadt Bahr wird neue Regionalbischöfin
Hannover Meine Stadt Bahr wird neue Regionalbischöfin
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11:24 19.04.2016
Hannover

Bahrs Arbeit wird in Hannover mit Spannung erwartet. Sie war unter anderem die erste Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bevor sie zur KAS ging. Als Regionalbischöfin wird sie sich auch um die Kontakte zu anderen Religionen in der Stadt kümmern. Derzeit finden sich von ihr ausführliche Texte zum Islam auf der Homepage der KAS. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln hat sie dort am 14. Januar den Text „Die Angst vor der Wahrheit“ veröffentlicht. Dabei auch dieser Satz: „Sexuelle Übergriffe, auch von langer Hand geplante, gehören zum Alltag in fast allen muslimisch geprägten Ländern.“

Wie stellt sich Bahr das künftige Verhältnis zwischen der evangelischen Kirche und den Muslimen in Hannover vor? Auf Anfrage der NP beschrieb Bahr ihre Position. In Deutschland werde viel über Islam, aber zu selten mit Muslimen geredet. „In der Frage, welcher Islam zu Deutschland gehört, sollte die evangelische Kirche die Gruppen, Verbände und Persönlichkeiten stützen, die sich kritisch mit theologischen Positionen des Islam auseinandersetzen und einen wachen Sinn für die haben, die den Islam für islamistisch-fundamentalistische Zwecke missbrauchen.“

Zu Bahrs Kirchenregion, dem sogenannten Sprengel, gehören Hannover, Nienburg und die Kirchenkreise Stolzenau-Loccum und Grafschaft Schaumburg. Dort leben rund 530 000 Lutheraner in 254 Gemeinden.

Bahr wurde 1966 in Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen) geboren. Sie hat eine Doktorarbeit über den Philosophen Immanuel Kant geschrieben. Verheiratet ist sie mit Professor Hans Michael Heinig, Kirchenrechtler an der Uni Göttingen. Das Ehepaar hat einen achtjährigen Sohn.

Bahr wurde vom Kirchensenat auf zehn Jahre gewählt. Sie wird Nachfolgerin von Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann, die im Juni in den Ruhestand geht.

Die derzeit zwei Frauen und vier Männer im Amt eines Landessuperintendenten stehen in der Kirchenhierarchie hinter Landesbischof Ralf Meister, sie vertreten ihn in ihren Regionen.

von Dirk Altwig

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