Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Bahnknoten Hannover: Ausbau mit EU-Millionen
Hannover Meine Stadt Bahnknoten Hannover: Ausbau mit EU-Millionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 23.09.2016
AN DER GRENZE: Schon jetzt gibt es kaum noch freie Kapazitäten am Hauptbahnhof Hannover. Quelle: Julian Stratenschulte
Anzeige
Hannover

80 Milliarden Euro sollen bis zum Jahr 2030 in neun verschiedene, transeuropäische Korridore fließen. „Der Investitionsbedarf ist riesig“, verkündete gestern die Französin Catherine Trautmann, die bei der EU für den Korridor von der Nordsee zum Baltikum zuständig ist. Sie sprach im Regionshaus mit Experten und Politik über die Pläne und mögliche Probleme. Der Besuch in Hannover war dabei kein Zufall. Hier laufen gleich drei der neun Korridore zusammen. Neben der Baltikum-Verbindung gehören dazu auch eine Route von Bremen nach Ungarn sowie die Nord-Süd-Achse von Hamburg über München durch die Alpen in den Süden Europas.

Dem Bahnknotenpunkt Hannover kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dieser stößt schon jetzt an seine Grenzen. Gelingt es nicht, rechtzeitig Engpässe zu beseitigen, drohe ein „Zusammenbruch der drei Korridore“, warnte Carla Eickmann, stellvertretende Leiterin des Bereichs Verkehrspolitik im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Der Güterverkehr mit der Bahn im Hinterland der Nordseehäfen werde bis 2030 um 50 Prozent zunehmen, der Personenfernverkehr um 20 Prozent. „Nehmen Sie uns in Ihre Liste auf“, forderte sie von der EU. Zumal auch das S-Bahn-Netz in der Region weiter ausgebaut werden soll, was den Bedarf an weiteren Trassenzeiten auf der Schiene zusätzlich erhöhen wird.

Die Signale sind positiv. Zwar betonte EU-Koordinatorin Trautmann, dass die Liste der Investitionsbedarfe lang sei, sie verwies aber auch auf die Bedeutung der 17 städtischen Knotenpunkte entlang der Korridore, zu denen auch Hannover gehört.

Zunächst soll nun eine Studie klären, wo genau die Engpässe in der Region liegen und wie diese behoben werden können. Das Problem: Die EU fördert für das Programm nur Großstudien, die mindestens eine Million Euro kosten. Die Hälfte davon müsste die Region selbst aufbringen.

Trautmann empfahl deshalb, sich auch länderübergreifend zusammenzutun. Das macht in Hannovers Fall insofern Sinn, als dass gerade die Bahnstrecke nach Bielefeld eine besondere Rolle spielt. Laut dem neuen Bundesverkehrswegeplan soll diese durchgehend vierspurig werden.

Kommt Gleis 15?

Der Platz dafür wurde immer freigehalten. Im nördlichen Bereich des Hauptbahnhofs könnte ein zusätzliches Gleis 15 gebaut werden, sogar ein Gleis 16 ist denkbar. Klaus Geschwinder, Teamleiter des Bereichs Verkehrsentwicklung der Region, ist sich „sicher, dass das kommen wird“, wenn es tatsächlich zu einem groß angelegten Ausbau des Bahnknotens Hannovers mit EU-Mitteln kommt.

Die Gleise seien zum Beispiel nötig, um zusätzlichen Fernverkehr, aber auch Nahverkehr nach Wolfsburg und Braunschweig zu ermöglichen. Um Engpässe im S-Bahn-Netz zu beheben, sei der Ausbau aber nicht notwendig. Für Geschwinder ist das Vorhaben ein „langfristiges Projekt“.

Das sehen nicht alle so. Andere Bahnexperten fordern einen möglichst schnellen Bau zweier zusätzlicher Gleise – gerade mit Blick auf die anstehende Erneuerung der Gleisbrücken im Hauptbahnhof, die 2019 beginnen und bis 2033 dauern soll. „Das würde etwas mehr Luft schaffen“, heißt es. Auch die Region könne das zusätzliche Gleis gebrauchen. Bekennen zum Bau der zwei zusätzlichen Gleise wollte sich aber keine der Seiten, „weil jeder darauf hofft, dass es der andere bezahlt“.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige