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Meine Stadt Bäderbau verärgert Steuerzahler
Hannover Meine Stadt Bäderbau verärgert Steuerzahler
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20:20 12.04.2017
ÄRGERNIS: Die Pläne fürs Fössebad hier das leere Außenbecken nach der Schließung) rügt der Steuerzahlerbund.  Quelle: Florian Petrow
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HANNOVER

Die geplanten Bäderinvestitionen der Stadt Hannover sind ein Ärgernis für den Bund der Steuerzahler. Wie berichtet, plant die Verwaltung den Abriss und Neubau für das Fössebad und das Misburger Bad. Der Ersatz wird auf 40 Millionen Euro geschätzt.

„Schwimmbäder sind ein klassisches Zuschussgeschäft der Kommunen“, schreibt Präsident Bernhard Zentgraf an Sportdezernentin Konstanze Beckedorf. In Hannover stünden allein in diesem Jahr Erträge von rund 2,2 Millionen Euro Aufwendungen in Höhe von mehr als 13,1 Millionen Euro gegenüber. Umso wichtiger sei es, die Wirtschaftlichkeit zu beachten.

Die Lobby will wissen, ob im Fössebad wirklich ein 50-Meter-Becken entstehen soll. Schließlich liege die Wasserfläche bei den hannoverschen Hallenbädern mit elf Quadratmetern je 1000 Einwohner über den Bundesdurchschnitt von neun Quadratmetern. Auch die Versorgung mit Freibädern sei überdurchschnittlich gut.

Fakten zum Betriebskostenzuschuss und zu jährlichen Kosten für Kaufmiete fehlen angeblich. Die Stadt soll aufschlüsseln, wie viel niedriger die Ausgaben für ein 25-Meter-Becken liegen.

Beim Misburger Bad verweist der Steuerzahlerbund auf schlechte Erfahrungen mit privater Trägerschaft. Die Stadt hatte bei Instandsetzungsarbeiten schwerste Schäden festgestellt. Die Schwimmhalle mitsamt Fitness- und Saunabereich stuften Experten als einsturzgefährdet ein was zur Schließung führte.

Erneuter „Pfusch am Bau“ müsse bei einem öffentlich-privaten Projekt diesmal ausgeschlossen werden, so die Steuerzahler. Für Abriss und Neubau stehen aus dem Investitionsprogramm der Stadt 16,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Geargwöhnt wird, dass die Verwaltung mit dem Mietkaufmodell beim Fössebad eine Neuverschuldung umgeht. Bei diesem Konstrukt ist die Stadt gezwungen, den Vertrag mit dem privater Betreiber zu kündigen und die 36 Mitarbeiter zumindest teilweise zu übernehmen.

Von Vera König

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