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Bäckermeister muss für falschen Feta zahlen

Was für ein Käse, mag sich der Bäckermeister (59) gedacht haben, der sich am Montag vor dem Amtsgericht verantworten musste. Er sollte 3000 Euro Bußgeld zahlen. Er hatte in seinem Laden den Snack „Panini Feta-Tomate“ angeboten. Die Ordnungsbehörde der Stadt fand heraus, dass es sich bei dem Feta um Kuhmilchkäse handelte. Da der Bäcker vor sechs Jahren in ähnlicher Sache hatten zahlen müssen, brummte ihm die Behörde jetzt ein ordentliches Strafgeld auf.

HANNOVER. Das akzeptierte er aber nicht. „Ich habe eine Flut von EU-Vorgaben. Ich habe andere Probleme als Feta“, so der Bäcker. Davon ließ sich Richter Melle Klinkenborg nicht erweichen. „Jeder Kunde geht davon aus, dass es sich bei Feta um Schafskäse handelt“, so der Richter. Er hätte auch ein Bußgeld von 8000 bis 10 000 Euro für angemessen gehalten.

In der Tat bieten viele Restaurants und Supermärkte vermeintlichen „Schafskäse“ an und verwenden stattdessen den billigeren Kuhmilchkäse. Die Waren ähneln in Aufmachung und griechisch anmutendem Namen dem Feta-Käse. Diese Produkte heißen dann „Balkankäse“, „Hirtenkäse“ oder „Weichkäse“. Der Begriff „Feta“ ist hingegen laut Verbraucherzentrale europaweit rechtlich geschützt; er bezieht sich auf die griechische Herkunft und das traditionelle Verfahren der Zubereitung des Schafskäses.

Zurück zum Prozess: Die Vertreterin der Behörde erklärte, dass es Menschen mit Kuhmilch-Allergie gebe, die sich nach Genuss eines falschen „Feta“ im Krankenhaus wiederfänden. Für den Anwalt des Bäckers, Matthias Wolf, ist der ganze Vorgang ein großer Käse: „Diese Kriminalisierung ist unerhört.“ Jeder Allergiker frage nochmal beim Kauf eines Käses nach, ob Kuhmilch enthalten sei. Und dann holte der Anwalt die ganz große Keule heraus: „Ich würde mir wünschen, wenn man woanders auch so genau hinschauen würde.“ In Köln sei Frauen tausendfach Leid angetan worden, und hier rede man über Feta.

Der Bäcker stellte das Ganze als „Etikettenfehler“ dar und räumte das Versäumnis ein. Richter Klinkenborg gewährte ihm für das Geständnis „30 Prozent Rabatt“. Er reduzierte die Geldbuße also auf 2000 Euro. Am Ende der Verhandlung plauderte der Richter noch aus dem Nähkästchen und erinnerte sich an einen besonderen Fall: Da habe ein Unternehmer vor ihm gesessen, weil in seinem Toastbrot Mäusekot gefunden worden war. Das ist doch gleich ein ganz anderer Schnack ...

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