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Meine Stadt BUND macht den Kleingärtnern Gemüseanbau schmackhaft
Hannover Meine Stadt BUND macht den Kleingärtnern Gemüseanbau schmackhaft
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20:00 11.09.2017
ANFÄNGERIN IM GLÜCK: Julia Elvers hatte nach eigenem Bekunden wenig Ahnung vom Gärtnern. Nun erntet sie Bio-Gemüse satt.
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Hannover

Vor dem Eingang zum Vereinslokal soll ein Hochbeet Appetit machen. Nicht auf die kulinarischen Möglichkeiten der Restaurantküche, sondern auf die botanischen Möglichkeiten im Kleingarten. Mit dem Projekt „Universum Kleingarten“ will der BUND den Mitgliedern der Kolonie in der Steintormasch den Anbau von Öko-Gemüse schmackhaft machen (NP berichtete). Mit Erfolg, wie eine Bilanz zeigt.

Das Milpa-Indianerbeet zeigt dabei anschaulich, wie mit traditionellen Mischkulturen gute Ernten erzielt werden können. Da schadet es auch nichts, dass der Kürbis stiften gegangen ist und sich weit jenseits des eigentlichen Hochbeets ausgebreitet hat. Die Milpa-Kultur geht auf die Maya zurück. Ihr Zentrum bilden die so genannten „drei Schwestern“: Mais, Bohnen und Kürbis, um die herum etliche andere Pflanzen gedeihen können.

Wolfgang Fischer hat sich an dem Milpa-Beet orientiert. Er ist einer von 34 Kleingärtner in dem Projekt. Sein Beet ist zwar eher flach, steigt aber pyramidenförmig an. „Ich habe auf wenig Raum jede Etage ausgenutzt“, sagt er. Im Erdgeschoss wächst Wirsing neben Rotkohl, Zucchinis und Mangold, Bohnen ranken sich in die Höhe, dazwischen verschiedene Blumen mit essbaren Blüten, Ringelblumen etwa oder Kapuzinerkresse – und überall Tomaten. Zehn verschiedene Gemüsesorten hat Fischer hier angebaut. „Man muss darauf achten, dass die Nachbarn zueinander passen“, erklärt Andrea Preißler-Abou El Fadil, Projektleiterin vom BUND. „Starkzehrer neben Schwachzehrer, auch verschiedene Wurzelhöhen spielen eine Rolle.“

Ziel des Projekts ist eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Konzeption der Kleingärten mit Gemüse- und Obstanbau – heute natürlich ökologisch, ohne Einsatz chemischer Spritzmittel und Kunstdünger. Die angehenden Bio-Gärtner werden von Fachleuten der Naturschutzorganisation wie Jan Heeren geschult und begleitet. Der BUND stellt das Saatgut und die Pflanzen zur Verfügung. Alle Sorten bilden Samen, die wieder zur Aussaat genutzt werden können.

Vielfalt die zusammen passt, so könnte das Rezept für ein gelingendes Bio-Gemüsebeet lauten. Julia Elvers ist unermüdlich. Gerade hat sie eine Grube ausgehoben, 40 Zentimeter tief, als Grundstock für ein weiteres Hochbeet. „Wegen der Wühlmäuse“, erklärt sie. „Da kommt Draht rein.“ Sechs Hochbeete hat sie bepflanzt, am Anfang waren es vier. Die Radieschen tragen schon Samen für die nächste Aussaat. Unter dem Salat wächst Grünkohl, im Paprikabeet auch Wirsing, dahinter Zucchini mit Rotkohl und Porree. Ein anderes Beet gleicht einem Pastinaken-Urwald. Die Möhren sind erntereif. „Erst etwas runterdrücken, dann herausziehen“, gibt Jan Heeren einen wertvollen Tipp.

Als Anfängerin im Garten war die zweifache Mutter dankbar für das Projekt. „Wenn man sich nicht auskennt, braucht man Unterstützung. Ich wusste nicht, wie man Beete anlegt und sie optimal nutzt“, bekennt Elvers. „Ich hab aufgeschrieben, was ich gerne hätte. Und Jan Heeren hat mir dann beim Sortieren geholfen, was zusammen passt und was nicht.“

Der BUND möchte sein Projekt auf jeden Fall fortsetzen, sucht aber noch nach einem zweiten Geldgeber. Für Preißler-Abou El Fadil aber hat sich das „Universum Kleingarten“ bereits jetzt als Türöffner bewährt. „Wir haben hier einen Schatz gehoben“, sagt sie. „Eine unentdeckte, bislang von uns nicht angesprochene Zielgruppe von Menschen, die sich bewusst ernähren wollen.“ Informationen zu dem Projekt wird es vom 15. September bis 15. Oktober vorm Hauptbahnhof geben. Dort stellt sich das „Universum Kleingarten“ auf einer Werbeallee zum Thema „Urban Gardening“ vor.

Von Andreas Krasselt

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