Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Automatenbranche protestiert gegen Los-Verfahren
Hannover Meine Stadt Automatenbranche protestiert gegen Los-Verfahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 19.05.2017
Quelle: Frank Wilde
Anzeige
HANNOVER

Geschrei, Pfiffe und ein „Feigling, Feigling, Feigling“ Sprechchor für Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): Spielhallenbetreiber und Automatenverband lassen nicht locker, wollen das Ungemach doch noch wenden und Niedersachsens Landesregierung zum Umdenken bewegen – und das drohende Aus für etwa die Hälfte der landesweit 7000 Jobs in der Branche zum 1. Juli zumindest aufschieben. Darum hatten für Dienstagmittag zu einer Demonstration durch Hannover gerufen – mit Schlusskundgebung vor dem Haus an der Marktkirche, in dem derzeit der Landtag tagt. Laut Polizei versammelten sich da etwa 1100 Menschen – und die verschafften ihrem Ärger richtig Luft. Vor allem über die Methode, nach der die Zahl der Spielhallen drastisch verringert werden soll: Per Los wurde entschieden, welche von sich zu nahe stehenden Glücksspielstätten schließen muss.

Vorbereitet wurde die Aktion mit einer Plakatkampagne, bei der laut Verband in Hannover an 600 Stellen auf die Lage aufmerksam gemacht wurde. Schlagzeile: Erst das Los. Dann arbeitslos.

Heinz Basse, Vorsitzender des Automatenverbands Niedersachsen, warf der Landesregierung aus SPD und Grünen vor, sich nicht einmal auf ein Gespräch eingelassen zu haben. Seinen Zuhörern riet er, sich „für die kommende Landtagswahl genau zu merken, welche Herrschaften mit Brachialgewalt Eure Arbeitsplätze vernichtet haben!“ Die Zustimmung dazu war deutlich vernehmbar. Vertreter von CDU und FDP nutzten die Gunst der Stunde und versprachen den Demonstranten, sich für ihre Belange einzusetzen – wobei Ausgangspunkt für die Reduzierung der Spielhallen ein Gesetz der CDU-Regierung von 2012 ist – die Methode Losverfahren allerdings von Rot-Grün stammt und das Gesetz dafür jetzt, im Nachhinein, verabschiedet werden soll. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) verteidigte am Nachmittag im Landtag die Methode: „Das Los ist am objektivsten, wenn es keine anderen Kriterien gibt.“ Alle anderen Bundesländer haben das laut Automatenverband ohne Losen hingekriegt, hätten auch Härtefallklauseln. Georg Stecker, Chef des Automatenwirtschaftsverbands, nannte es auf der Kundgebung „abstoßend, wie hier über Arbeitsplätze und das Schicksal der Menschen entschieden wird!“

Von RALPH HÜBNER

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Zusammenstoß eines Regionalzugs mit einem Lastwagen an einer nicht geschlossenen Bahnschranke in Neustadt bei Hannover ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung.

16.05.2017

Im Falle des Bundesliga-Aufstiegs von Hannover 96 soll es eine große Feier in Hannover geben.

16.05.2017

Als Schiffsbauer konnte Bernd Filax bisher zwei Erfolge feiern. Doch zu seiner großen Enttäuschung erwies sich die jüngste Konstruktion des Tüftlers als nicht seetauglich. Jetzt soll das elf Meter lange U-Boot zurück in den heimischen Garten.

16.05.2017
Anzeige