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Meine Stadt Autofahrer genervt: Hannover in der Staufalle
Hannover Meine Stadt Autofahrer genervt: Hannover in der Staufalle
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00:16 14.07.2016
STAUGEFAHR IN RICKLINGEN: Derzeit ist die Göttinger Chaussee für Autofahrer nur stadteinwärts zu befahren. Quelle: Dröse
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Hannover

„Das ist eine echte Katastrophe in diesem Jahr“, ärgert sich Mahmod Asef. Der 55-Jährige ist Taxifahrer: „So schlimm war es noch nie mit der Anzahl der Baustellen.“ Oft wartet er an der Kurt-Schumacher-Straße auf Fahrgäste. Auch an diesem Tag. Während Asef auf die Verwaltung schimpft („Die denken bei ihren Planungen nicht nach“), geht hinter ihm nichts mehr. Verantwortlich dafür ist der Ausbau der D-Linie. Seit zweieinhalb Wochen ist die Kurt-Schumacher-Straße vom Hauptbahnhof bis zur Herschelstraße voll gesperrt - und das noch bis Mitte November. Für Mahmod Asef ist diese Sperrung besonders ärgerlich: „Für uns Taxifahrer ist diese Strecke enorm wichtig.“ Viele seiner Kollegen stimmen ihm zu. Einer sagt: „Das ist ein Irrsinn. Ganz Hannover ist eine riesige Baustelle!“ Hussein Fatrous fügt hinzu: „Diese Baustellen gehen mir auf die Nerven und meinen Fahrgästen auch.“ Von staugeplagten Kunden kann auch Taxifahrer Asef ein Lied singen: „Weil es durch die Baustellen zu Staus kommt, dauern auch die meisten Fahrten länger. Und dadurch werden sie zwangsläufig teurer, da sich unser Fahrpreis aus Strecke und Zeit zusammensetzt. Für einen Weg, der sonst zehn Euro kostet, bezahlt man jetzt locker zwei oder drei Euro mehr. Die Staus, die die Baustellen verursachen, kosten nicht nur Zeit, sondern auch Geld.“

Allein in der Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird aktuell an über 23 Orten gebaut. Hier ist es besonders schlimm:

Noch bis 2017 wird in der Tiergartenstraße im Bereich Großer Hillen ein neuer Hochbahnsteig gebaut. Voraussichtlich bis Anfang September gibt es eine Vollsperrung für den Autoverkehr zwischen der Mardalstraße und der Lange-Hop-Straße.

In Linden geht gleich in zwei Bereichen nichts mehr: Wegen der Verbreiterung des Geh- und Radweges in Höhe des Capitols gibt es bis Mitte Juli eine Vollsperrung zwischen der Gustav-Bratke-Allee und der Blumenauer Straße. Zudem ist die Kreuzung am Lindener Markt ebenfalls voll gesperrt - freie Fahrt gibt es hier wieder Anfang August.

Im Kreuzungsbereich Hildesheimer Straße und Willmerstraße sind gleich mehrere Fahrspuren gesperrt. Grund: Bauarbeiten an der Südschnellweg-Brücke. Zwar fließt der Verkehr in alle Richtungen, aber es kommt täglich zu starken Behinderungen, vor allem im Berufsverkehr.

In der Goethestraße laufen die Arbeiten zum Bau des Hochbahnsteiges. Bis November ist der Bereich zwischen dem Kreisel am Goetheplatz und dem Cityring stadteinwärts gesperrt.

Große Umwege müssen Autofahrer auch im Bereich Göttinger Chaussee machen. Aktuell ist die Straße nur stadteinwärts zu befahren.

Hannovers OB Stefan Schostok sagt zum Vorwurf, die Stadt würde absichtlich ein Verkehrschaos provozieren: „Wir planen das nicht allein. Viele Unternehmen lassen Arbeiten an Wasser- und Versorgungsleitungen durchführen. Das sind dann natürlich zusätzliche Baustellen.“ Schostok hält die Bauarbeiten auf den Straßen für unerlässlich: „Ich kenne Städte, in denen gar nicht gebaut wird. Da ist eine Verbesserung der Verkehrslage nicht zu erwarten.“

Stadtsprecher Alexis Demos ergänzt: „Es gibt in Hannover täglich hunderte von Baumaßnahmen. Die Bauverwaltung achtet darauf, dass Baustellen so aufeinander abgestimmt werden, dass es nicht zu einer übermäßigen Belastung von einzelnen Stadtteilen kommt. Wir können Beeinträchtigungen aber nicht ausschließen und bitten um Verständnis.“ Allerdings habe eine Konzentration von Bautätigkeiten auch ihr Gutes, so Demos: „Letztendlich führt das zu einer geringeren Belastung für die Bürger.“

Britta Lüers, Sebastian Scherer

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