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Meine Stadt Aus für Modellbaugeschäft Georg Brüdern
Hannover Meine Stadt Aus für Modellbaugeschäft Georg Brüdern
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00:16 31.05.2017
RESTE: Wer sich sputet, kann jetzt Schnäppchen machen – Davideit verspricht hohen Rabatt. Quelle: Fotos: Christian Behrens (2)
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HANNOVER

So ganz genau weiß Michael Davideit (65) nicht, wann Georg Brüdern einst sein Modellbaugeschäft eröffnet hat – doch es „muss mehr als hundert Jahre her sein“. Denn er hat das Geschäft an der Vahrenwalder Straße 1988 von Konrad Ziegenhals übernommen, „und der hatte ein paar Jahre vorher schon das 75-er-Jubiläum gefeiert!“ Nun hat die Geschichte des Modellbaugeschäfts, das wohl eines der ersten in Deutschland war, ein Ende, am Mittwoch ist der letzte Tag.

„Das war mal eine Goldgrube“, berichtet Davideit, auch für ihn: „Ich habe das Geschäft für 500 000 Mark gekauft (etwa 250 000 Euro), Allein für den Namen habe ich 200 000 Mark bezahlt. Aber das hat sich gelohnt, keine Frage!“ Anfang der 1990-er Jahre gab es Arbeit für acht Leute, zuletzt waren es noch ein Angestellter und ein Auszubildender. Der Mauerfall hatte dem Traditionsgeschäft einen letzten Frühling beschert: „Nach der Grenzöffnung gab es noch mal einen richtigen Boom.“

Ein Teil der Kundschaft ist schon besonders. Da gibt es etwa „einen Eisenbahn-Fan, der hat bei mir für mindestens 200 000 Euro Loks gekauft, jedes Jahr für mindestens 8000 Euro. Die nimmt er mit, schaut sie an, und legt sie dann weg.“ Aber auch das habe zuletzt nachgelassen: „Jetzt darf er das nicht mehr, seine Frau erlaubt es nicht, jedenfalls nicht mehr in dem Maße wie früher“, erzählt Davideit. Und zu Georg Brüdern kamen auch die Leute, die für „ein Flugzeugmodell mit echter Turbine“ bis zu 20 000 Euro ausgeben oder sich einen funktionsfähiges Baggermodell für 7000 Euro zulegen.

Vor zehn Jahren zog das Modellbaugeschäft vom Vahrenwalder Bad an seinen heutigen Platz – da hatte der Abwärtstrend gerade Fahrt aufgenommen. Heute sei es so: „Die Leute kommen, lassen sich beraten – und kaufen dann im Internet.“ In der Anfangszeit produzierte Georg Brüdern Holzteile für Flugmodelle und Schiffe, „alles im Keller gesägt und gefertigt, alles noch ohne Elektrik“. Heute wollten die meisten Käufer „ready to fly“ oder „ready to run“ – kaufen, auspacken, loslegen.

In Davideits Laden – „geöffnet ab 15 Uhr“ – gab es bis zuletzt auch noch „richtigen“ Modellbau – also Bausätze zum reinen Zusammensetzen, ohne Fernsteuerung und Motor. Auch die Marken Faller, Revell, Airfix und Konsorten führt er, vom Bahnhofsmodell bis zum Jadpanzer. Die Restposten gibt’s jetzt zum halben Preis, „da ist noch eine ganze Menge da!“. Was er jetzt nicht mehr los wird, will der Geschäftsmann „so nach und nach nebenbei über Ebay im Internet verkaufen“.

Wehmut überkommt ihn allerdings nicht: „Ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist“, sagt er. Ganz vom Modellbau kommt er ja nicht weg: Sein Hauptberuf wird nun endgültig sein CNC-Teilegeschäft sein. Dort fertigt er etwa sämtliche Hydraulikteile für die Baumaschinen-Modelle von Tamiya – einen der großen auf dem Modellbaumarkt; gehört zur Simba-Dickie-Gruppe, wie Big (Bobby Car), Carson, Heros Toys.

In Hannover gibt es nun kein solches Geschäft mehr: Trade4me in Bemerode handelt nur im Internet, vor allem Fernsteuer-Modelle, RC-Speedparts in Wülfel hat den Schwerpunkt RC-Autos und Fluggeräte, Train & Play in der City hat den Fokus Modelleisenbahn & Co.

Von Ralph Hübner

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