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Meine Stadt Hannovers Schulleiter sind gegen das 18. Gymnasium
Hannover Meine Stadt Hannovers Schulleiter sind gegen das 18. Gymnasium
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09:15 24.10.2018
Über Hannovers nächste Schule wird heftig debattiert. Foto: Felix Kästle/dpa
Hannover

Mehrfach wurde die Abstimmung über ein 18. Gymnasium bereits vertragt, am Dienstag soll der Schulausschuss nun über die Einrichtung der neuen Schule beschließen. Das Thema wurde bereits heftig diskutiert – im Ampelbündnis knirschte es heftig. Neuer Gegenwind kommt nun ausgerechnet von Hannovers Schulleitern: Sie sprechen sich geschlossen gegen ein weiteres Gymnasium aus.

„Es fehlt nicht an Gymnasien. Wir haben rund 1000 Plätze an den Gymnasien in Hannover frei“, sagt Beate Günther, Schulleiterin der Schillerschule in Kleefeld und Sprecherin der Gymnasialleiter im Schulform-Sprecherkreis. Das Problem, das die Schulen – nicht nur die Gymnasien – beschäftigt, sei ein anderes: Die abgeschulten Gymnasiasten. „Für sie finden wir keine adäquaten Plätze in Hannover“, so Günther weiter. Das habe sich bereits im vergangenen Jahr auf einer sogenannten Verteilerkonferenz herausgestellt, wo sich um die Abgänger gekümmert wird, die die Schulform wechseln. „Wir mussten eine weitere Extrakonferenz einberufen, weil sich das als so schwierig gestaltete.“

Viele Abgänge in späteren Jahrgängen

Dabei sei klar geworden: In den Jahrgängen 7 bis 10 würden durch Abgänge viele Plätze auf den Gymnasien frei, während sie an anderen Schulen nicht vorhanden seien. „Die Schulleiter aller Schulformen in Hannover appellieren deshalb an die Politik, kein weiteres Gymnasium zu schaffen, sondern über die Form der nächsten Schule erneut zu beraten“, so die Sprecherin. „Im Sinne der Kinder wäre sicherlich eine weitere IGS richtig, aber auch eine Oberschule, eine Haupt-, eine Realschule oder sogar eine Reformschule denkbar.“

Die von Verwaltung und SPD prognostizierten zahlreichen Gymnasialanmeldungen könnte man auch durch eine fünfte Klasse mehr abfangen – „reihum abwechselnd an Hannovers Gymnasien“, so Günther.

Für die SPD steht das allerdings nicht zur Debatte: „Wir richten uns nach dem Elternwillen“, erteilt Afra Gamoori dem Vorschlag der Schulleiter eine Absage. Wenn mehr als 52 Prozent der Eltern von Fünftklässlern Gymnasien wählten, dann müsse man eben noch ein Gymnasium bauen. Auch reiche eine weitere fünfte Klasse kaum. „Die Gymnasien haben jetzt schon vier bis fünf Züge mehr, um die Nachfrage abzufedern“, so die schulpolitische Sprecherin. „Wie ist das erst in den nächsten Jahren, wenn Hannover weiter wächst?“

IGS bisher nur in der Anfangsplanung

Die übernächste Schule soll nach dem Willen der SPD aber in jedem Fall eine IGS werden: „Wir planen einen Zusatzantrag für den Haushalt, intern müssen wir nur noch darüber abstimmen, ob diese IGS einen Primarbereich und eine Oberstufe erhalten soll.“

So lange warten die Grünen als IGS-Förderer nur ungern. „Eigentlich müsste es gleichzeitig zum 18. Gymnasium zwei IGSen geben, um den Bedarf abzudecken“, sagt die schulpolitische Sprecherin Silvia Klingenburg. Dem Ampelantrag auf ein weiteres Gymnasium habe man sich vor allem aus Kompromissgründen angeschlossen – „um unsere Politik an anderer Stelle, etwa im Haushalt, durchzubekommen.“ Klar ist die Abstimmung im Schulausschuss trotzdem nicht. „Wir beraten intern noch“, so Klingenburg. Zur Erinnerung: In der letzten Ausschusssitzung war die Abstimmung über die neue Schulform nicht zuletzt an der uneinigen Haltung der Grünen gescheitert. Es bleibt also weiterhin spannend – bis zuletzt.

Von Simon Polreich

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