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SPD am Maschsee: Altkanzler Gerhard Schröder (links) und Kandidat Stephan Weil.© Dröse

Wahlkampf

Auf Basta will Weil verzichten

Der eine war Ministerpräsident, der andere will es werden: Gerhard Schröder und Stephan Weil (beide SPD) diskutierten gestern Abend in Hannover.

Hannover. Was braucht eine niedersächsische Wirtschaftspolitik? Gerhard Schröder grinst auf die Frage der Moderatorin und nickt zu Stephan Weil hinüber: „Der will Ministerpräsident werden, nicht ich, das müssen Sie schon den da fragen.“ Bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde der Friedrich-Ebert-Stiftung im Courtyard-Hotel am Maschsee vor rund 80 Managern hielt sich Altkanzler und Ex-Ministerpräsident Schröder gestern mit Kommentaren zurück, hatte dann aber doch ein paar Tipps für den SPD-Spitzenkandidaten. Drei Dinge hätten dafür gesorgt, dass Deutschland derzeit besser dastehe als der Rest Europas, sagte Schröder: eine sehr gute industrielle Struktur, deren Basis ein hochinnovativer und international aktiver Mittelstand sei, eine funktionierende Partnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und nicht zuletzt die Reformen der Agenda 2010. „Was wir damals eingeläutet haben, das müssen andere jetzt unter weit schwierigeren Bedingungen machen“, sagte Schröder mit Blick auf Italien oder „auch Frankreich. Die werden sich nach der Wahl noch wundern.“

Große Herausforderung der kommenden Jahre sei der Fachkräftemangel. Der lasse sich nur lösen mit der Integration von Migranten, so Schröder: „Deutschland ist ein Einwanderungsland, und das muss es auch bleiben.“ Auch die Frauen müssten stärker ins Berufsleben integriert werden, das habe er gelernt, auch „wenn ich ja nicht gerade als Erfinder der Emanzipation gelte“, sagt der Altkanzler mit einem Schmunzeln.
Und einen wichtigen Tipp hat er dann doch für Weil: Etwa bei der Energiewende werde man sich auch gegen Bürgerinitiativen durchsetzen müssen, weil man nicht alle Interessen befriedigen könne. „Das muss man ja nicht mit einem Basta verbinden, das kann man auch dialogisch machen, das liegt dir ja mehr“, sagte Schröder zu Weil.

Der nahm den Ball gern auf und war in vielen Inhalten einer Meinung mit Schröder, betonte aber gleich zu Anfang, dass er dem Altkanzler und Ex-Ministerpräsidenten immer in „kritischer Sympathie“ verbunden gewesen sei. Die Wünsche von Unternehmern hätten sich seit den Tagen von Schröders Regierungszeit in Niedersachsen erheblich geändert, wusste Weil.

Auf die Frage, was sie von Politik erwarteten, hätten ihm damals neun von zehn Firmenchefs Steuersenkung und Bürokratieabbau genannt. „Heute sagen die: Sorgen Sie dafür, dass wir auch morgen noch guten, qualifizierten Nachwuchs haben“, so der SPD-Landeschef. Er werde daher die Bildungspolitik zu einer Priorität machen und wolle auch die Studiengebühren abschaffen: „Aber ich sage keinem: Das habe ich nach 30 Tagen schon geschafft.“ Das werde eine komplizierte Aufgabe, die man sorgfältig angehen müsse, so Weil.


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