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Meine Stadt Asyl ja - aber nicht hier!
Hannover Meine Stadt Asyl ja - aber nicht hier!
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00:16 13.04.2013
WEHRT SICH: Anwohner Hartmut Gawron. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

„Wir sind nicht fremdenfeindlich.“ Das betont Hartmut Gawron (69) immer wieder. Doch dass die Stadt ein Heim für 50 Flüchtlinge am Eichenweg (Bothfeld) bauen will, akzeptiert der Rentner nicht. Etwa 100 Meter entfernt wohnt er von dem geplanten Grundstück, auf dem jetzt noch Pferde weiden.

Seit 20 Jahren gehörten Ausländer zur Nachbarschaft, sagt Gawron. Allein in den Straßen Heidewinkel und An den Deichwiesen wohnten Familien aus sieben Nationen friedlich nebeneinander,?erklärt er. „Sie sind gut integriert“, meint Gawron. Doch er bezweifelt, dass dies auch bei den Flüchtlingen gelingen würde. „Es spricht nichts für diesen Platz“, sagt der frühere Unternehmensberater. Mit realistischen Standortanalysen kennt er sich also aus.

Das Gebiet um den Eichenweg ist durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt. Ohne Freizeitmöglichkeiten in der Nähe. „Die vorgesehene Baufläche hatte die Stadt als Spiel- und Freifläche versprochen“, fügt der Anwohner mit Blick auf den hohen Kinderanteil an der Bevölkerung hinzu.

„Wir möchten?einfach eine sachliche Diskussion mit der Stadt“, pflichtet ihm sein Nachbar Peter Hettig (69) bei. Es seien doch genug Alternativen vorhanden: In der Varrelheide, auf der anderen Seite der Autobahn, gibt es eine große brachliegende Fläche.

Die beiden Anwohner sind mit ihrer Kritik nicht allein, auf einer Info-Veranstaltung haben sich die Bothfelder überwiegend gegen den geplanten Bau ausgesprochen. Auch die Rats-CDU ist dagegen. Der baupolitische Sprecher Felix Blaschzyk betont, das Wohnheim würde dort viel zu isoliert wie ein Fremdkörper stehen: „Es sollte besser erreichbar sein, zum Beispiel so wie das an der Hildesheimer Straße. Außerdem ist es wichtig, dass es soziale Einrichtungen gibt.“

SPD-Parteichef Alptekin Kirci und Fraktionsvize Thomas Hermann greifen die CDU scharf an: „Wir sind erschüttert über den mangelnden Bürgersinn.“ Von CDU-Politikern würden „dumpfe Ressentiments aufgegriffen, die die Angst der Menschen vor dem Unbekannten schüren.“

Das Heim ist eines von insgesamt vieren, das in diesem Jahr die städtische Wohnungsgesellschaft GBH bauen soll. Häuser mit je 50 Plätzen sind auch in Kleefeld, auf der Bult und in Badenstedt geplant. Laut Stadtverwaltung werden dazu eigene Flächen gebraucht, die schnell bebaut werden können. Außerdem sollen sie Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe haben.

Laut Stadtsprecher Dennis Dix sollen in diesem Jahr außerdem noch Wohnungen für weitere 50 Flüchtlinge angemietet werden, außerdem ein Hotel mit 80 Betten und 70 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften. Die Stadt rechnet damit, in diesem Jahr bis zu 800 zusätzliche Flüchtlinge unterbringen zu müssen.

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