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Meine Stadt Arzt verharmlost MRSA-Fälle
Hannover Meine Stadt Arzt verharmlost MRSA-Fälle
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00:16 03.12.2016
ES GEHT UM HYGIENE: Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene schätzt, dass jährlich 40 000 Menschen an Infektionen in Kliniken sterben. Quelle: Uwe Anspach
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Bei den Arztbewertungsportalen „Jameda“ und „Doc Insider“ erhält der Orthopäde (55) aus Hannover durchweg Bestnoten von seinen Patienten. Bei „Sanego“ sind die Kritiken hingegen sehr negativ. „Er stellt einen als Simulant dar“, heißt es. „Sehr unfreundlich und überheblich“ lautet ein anderer Kommentar.

Der NP sind vier Fälle bekannt, in denen der Orthopäde und Unfallchirurg vier Patienten mit multiresistenten Keimen infiziert haben soll (NP berichtete). Dabei nutzte er in drei Fällen den Punktionsraum eines hannoverschen Krankenhauses. 2012 und 2014 setzte der Arzt bei den Patienten Spritzen ins Hüftgelenk.

„Wir wissen von den Vorkommnissen. Aber nach Darlegung des Arztes haben die Betroffenen die Infektion nicht im Krankenhaus erworben“, so der Sprecher des Krankenhauses. In zwei Fällen habe es sich auch nicht um einen Krankenhaus-Keim gehandelt.

Diese Auskunft verwundert. Bei den Patienten traten die Beschwerden (starke Schmerzen) kurz nach der Behandlung durch den Orthopäden auf. Monika Zimmermann (63) und Helmut Beck (75, Name geändert) verloren wegen des Keims ihr Hüftgelenk. Nur mit viel Glück überlebten sie die Sepsis. Auch Gerd Meier (55) hatte einen Tag nach der Spritze ins Knie (die aber in der Praxis verabreicht wurde) starke Schmerzen. „Ich konnte kaum laufen, das Knie war dick geschwollen“, erinnert er sich. Der NP liegen Dokumente vor, aus denen hervorgeht, dass bei den Patienten Zimmermann und Beck MRSA nachgewiesen wurden.

Der Orthopäde nutze den Punk-tionsraum „seit mehreren Jahren sehr regelmäßig“, sagt der Krankenhaussprecher. Er sei der einzige niedergelassene Arzt, mit dem eine solche Vereinbarung bestehe. „Dabei achtet der Arzt auf die sehr strengen Hygiene-Regeln“, heißt es weiter. Ein Hygiene-Facharzt meinte zu den vier beschriebenen Fällen: „Das darf so häufig nicht vorkommen.“ Arbeitet das Krankenhaus weiter mit dem umstrittenen Arzt zusammen? „Solange sich nichts Gegenteiliges herausstellt, gehen wir davon aus, dass es bei der Kooperation bleibt“, heißt es. Die NP bat den Arzt um eine Stellungnahme. Es hieß, dass er sich nur schriftlich äußern wolle. Bislang ist er alle Antworten schuldig geblieben.

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