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Meine Stadt Arzt soll 12.000 Euro nach Kindstod zahlen
Hannover Meine Stadt Arzt soll 12.000 Euro nach Kindstod zahlen
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14:24 20.01.2010
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Der Mediziner habe sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, weil er dem Mädchen nach einer Hirnoperation im Jahr 2003 ein Hormonmedikament zu spät gab, sagte Oberstaatsanwältin Heike Schwitzer am Mittwoch im Berufungsprozess vor dem Landgericht Hannover.

Der Angeklagte habe sich als verantwortlicher Arzt der Intensivstation unter anderem mit den besorgniserregenden Urinwerten des Kindes nicht auseinandergesetzt. „Der Fall wurde ihm unproblematisch übergeben und er sollte unproblematisch bleiben“, sagte Schwitzer. Im ersten Verfahren hatte das Amtsgericht Hannover den Arzt im Juli 2007 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 12 800 Euro verurteilt. Dieses Urteil wollte der Mediziner nicht akzeptieren.

Das Kind war Mitte September 2003 im Nordstadtkrankenhaus am Gehirn operiert worden. Anschließend war der Angeklagte, der zu diesem Zeitpunkt im zweiten Jahr seiner Facharztausbildung war, mit der Behandlung auf der Intensivstation betraut. Nach eigenen Angaben wurde ihm bei der Übergabe der Patientin nicht gesagt, dass bei der OP ein wichtiger hormonproduzierender Teil durchtrennt worden war. „Mein Mandant hat nie bestritten, dass das Hormonmedikament früher hätte verabreicht werden müssen, er konnte es in diesem Fall nur nicht wissen“, sagte der Verteidiger des Mediziners, Bertram Börner.

Da ihm die Problematik des Falles und der OP nicht bewusst waren, könne dem Angeklagten der Tod nicht strafrechtlich angelastet werden. Börner forderte daher einen Freispruch.

Dagegen war für den Anwalt der Eltern des Mädchens, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten, klar ersichtlich, wie schlecht es der kleinen Patientin ging. „Bei dem extrem hohen Urinverlust und den extrem hohen Natriumwerten hat sich der lebensbedrohende Zustand geradezu aufgedrängt“, sagte Rechtsanwalt Dietmar Abel. Als Arzt hätte der Angeklagte wissen müssen, was passiert, wenn dagegen nichts unternommen wird. „Wenn er ratlos war, hätte er Kollegen um Hilfe bitten müssen.“

So starb die Achtjährige eine Woche nach der Operation in der Medizinischen Hochschule Hannover. Zahlreiche Organe hatten versagt. Das Urteil soll am kommenden Mittwoch verkündet werden. lni

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