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Meine Stadt Arzt hat Postboten-Problem
Hannover Meine Stadt Arzt hat Postboten-Problem
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00:17 02.02.2018
Vor der Praxis-Tür: Hausarzt Norbert Klein ärgert sich über Fehler von Briefträgern. Quelle: Foto: Wilde
Hannover

 Grobe Pflichtverletzung attestiert ein Allgemeinmediziner aus Linden-Mitte seinen Postboten: Schon mehrfach entdeckten Mitarbeiterinnen Briefe für die Praxis im Treppenhaus – meist auf der ersten Stufen. Der 60-Jährige ist sauer auf die Deutsche Post. Derzeit prüft der Logistikkonzern den jüngsten Vorfall, zu dem es erst vor ein paar Tagen gekommen war.

Norbert Klein praktiziert seit vielen Jahren im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Nähe des Lindener Marktplatzes. Vor der Haustür an der Hallermünder Straße gibt es für die Praxis des Facharztes für Allgemeinmedizin und Chirotherapie einen großen Briefkasten.

„Der ist auch groß genug für DIN-A-4-Umschläge“, betont Klein und fügt hinzu: „Was da nicht reinpasst, sollte und wird normalerweise im ersten Stock am Empfangstresen meiner Praxis abgegeben.“

Zu den „teils höchstsensiblen Sendungen“, die den Mediziner täglich erreichen, gehören nach Angaben des 60-Jährigen unter anderem auch Untersuchungsergebnisse, Anfragen von Gerichten und Entlassungsbriefe aus der Psychiatrie. „Ich bin einfach wütend. In meiner Praxis achte ich penibel auf Datenschutz – und der Zusteller legt die Post einfach für alle zugänglich im Treppenhaus ab“, schimpft Klein.

Nach einem der Vorfälle vom vergangenen Jahr habe er sich bei der Post beschwert. Der Arzt über die Antwort des Logistikkonzerns: „Die versprachen, sich zu kümmern und dafür zu sorgen, dass es nicht wieder vorkommt.“

„Wir nehmen das ernst“, kommentierte Post-Sprecher Martin Grundler den Fall auf NP-Anfrage. Keinesfalls sei es statthaft, dass der Postbote Briefe ins Treppenhaus legt. „Die Zusteller wissen: Die Post soll – gesichert vor dem Zugriff Dritter – zugestellt werden“, betont Grundler.

Im Fall des Allgemeinmediziners Klein hieße das, die Sendungen müssten in den Briefkasten vor der Haustür gesteckt oder in die Praxis in den ersten Stock gebracht werden. Grundler kündigte an: „Wir werden mit dem Zusteller sprechen.“

Von Andreas Körlin

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