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Meine Stadt Armut ist das Schulproblem
Hannover Meine Stadt Armut ist das Schulproblem
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10:44 29.01.2018
Grundschüler (Symbolbild) Quelle: picture alliance
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Hannover

Die Diskussionen um das Ranking der Grundschulen (NP berichtete) reißen nicht ab. Nun hat sich auch der Kreisverband Rehion Hannover der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eingeschaltet.

Nicht das Ranking sei das Problem, sondern die steigende Armut in unserer Stadt. Seit 2011 wachse das Armutsrisiko der Menschen in Hannover jährlich. „Das macht doch vor den Schulen nicht halt. In diesem Zusammenhang ist für mich die Frage, ob das diskutierte Ranking für die Grundschulen diskriminierend ist, ein Nebenschauplatz“, so GEW-Vorsitzender Harald Haupt. Auch Frank Post, Leiter der Grundschule Fuhsestraße begrüßt das Ranking: „Hier geht es nicht um die Abbildung von Schulen im Sinne von gut und schlecht. Es ist eine Liste von Prioritäten, die die Verantwortlichen nun abarbeiten müssen.“

Das Ranking mache deutlich, dass Bildung auch in Hannover von der sozialen Herkunft der Kinder abhängt und nicht von ihren Anstrengungen. Um das zu beheben, sieht die GEW das Land in der Verantwortung: „Wir brauchen endlich für einige deutlich kleinere Klassen, wir brauchen multiprofessionelle Teams und wir brauchen Möglichkeiten, die Lehrpläne so zu gestalten, dass sie den Herausforderungen in den einzelnen Schulen Rechnung tragen.“

Mit dem Ranking will die Stadt prüfen, welche Schulen weiteren Bedarf an Schulsozialarbeitern haben. Schulsozialarbeitern Jana Liedtke-Hoffmeyer vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist geschockt angesichts dieses Vorgehens: „Für die Ranking-Verlierer sind die Folgen fatal. Die Stadt macht sie damit nur noch stärker zu Brennpunktschulen.“ Nur für die interne Verwendung seien solche Daten zulässig. Statt eines Rankings auf Basis „fragwürdiger Kategorien“ hätte die Expertin einen persönlichen Fragebogen sinnvoller gehalten: „Um Eltern, Lehrer, aber natürlich auch die Kinder direkt zu befragen, was gut läuft, wie ihnen im Zweifel aber auch besser geholfen werden könnte. Das wäre effektiv und würde tatsächlich Aufschluss darüber geben, wo es brennt.“

Doch Jana Liedtke-Hoffmeyer sagt auch das: „Nur mit Schulsozialarbeit werden wir die sozialen Probleme nicht lösen können. Weil unser Radius begrenzt ist und wir nicht die Retter der Welt sind“ Auch sie fordert multiprofessionelle Teams aus Lehrern, Psychologen, Lern- und Ergotherapeuten. Das aufzubauen sei jedoch nicht im Interesse des Landes, so die VBE-Frau weiter: „Es fehlt mal wieder am Geld. Es wird aber auch nicht die Notwendigkeit gesehen. Stattdessen setzen Stadt und Land weiter auf die kostengünstige Schulsozialarbeit. Statt das Problem wirklich in Angriff zu nehmen.“

Von Britta Lüers

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