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Meine Stadt Gericht: Ex-Mitarbeiter beleidigt Chef
Hannover Meine Stadt Gericht: Ex-Mitarbeiter beleidigt Chef
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13:38 25.09.2018
Foto: Quelle: dpa
Hannover

Da ist Dieter Müller (Name geändert) die Galle übergelaufen. Nachdem ihm der Arbeitgeber, ein Autohaus im Norden der Region, gekündigt hatte, postete die Aushilfskraft munter drauflos. Über Instagram auf der Internet-Seite des Autohauses schrieb er: „In dieser Firma arbeiten die größten Lügner und Betrüger; „insbesondere älteren Menschen, mehr verkaufen, wie diese benötigen“. Seinen Chef bezeichnete Müller als „krank im Kopf“. Die Aushilfskraft arbeitete seit Januar 2017 in dem Autohaus. „Wegen eklatanter Arbeitsfehler“ wurde ihm zum 31. Juli 2018 gekündigt.

Der Arbeitgeber verlangte eine Unterlassung solcher Äußerung und im Falle einer Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von bis zu 25 000 Euro. So kam es am Dienstag zum Termin im Arbeitsgericht. „Ich möchte mich entschuldigen. Aber ich stehe zu meinen Äußerungen“, sagte Müller. Der Arbeitgeber habe ihm Lohn vorenthalten und Versprechen gebrochen. Dazu der Anwalt des Autohauses, Matthias Doehring: „Selbst wenn sie im Recht sein sollten, sie haben alle Mitarbeiter in Verruf gebracht.“

Die Parteien schlossen auf Anregung von Arbeitsgerichtsdirektor Kilian Wucherpfennig einen Vergleich. Sollte der Ex-Mitarbeiter weiter öffentlich über einen ehemaligen Arbeitgeber herziehen, zahlt er pro Äußerung ein Ordnungsgeld von mindestens 500 Euro. Ob die Vertragsstrafe auf den Wortlaut bezogen sei?, wollte Müller wissen. Der grauhaarige Mann ließ durchschimmern, dass er demnächst auf geschicktere Art und Weise schmutzige Wäsche waschen will. Anwalt Doehring: „Wir sehen uns wieder.“

So oder so trifft das zu. Denn der Chef des Autohauses hat Dieter Müller wegen übler Nachrede angezeigt. Zudem kommt eine Schadensersatzklage auf den untersetzten Mann zu. Angesichts der üblen Äußerungen über das Autohaus dürfte die nicht gerade gering ausfallen.

Von Thomas Nagel

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