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Prozess

Aqua-Laatzium: Geldstrafe für Grabscher

Vielleicht war das warme Wasser im Whirlpool zu entspannend: Im Aqua-Laatzium befummelte ein Familienvater (40) eine Schülerin (17). Dafür wurde er am Dienstag verurteilt. Erst im Gerichtssaal legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Das hat ihn vor einer Gefängnisstrafe bewahrt.

hannover. Ein Whirlpool, eine junge, attraktive Frau: Da geht doch was, mag sich Sarmad S. (40) gedacht haben. Am Dienstag wurde der Familienvater wegen sexueller Belästigung zu 900 Euro Geldstrafe (90 Tagessätze) verurteilt. Er hatte die sexuelle Belästigung einer 17-jährigen Schülerin gestanden.

Der Vorfall trug sich am 2. Januar 2017 im Aqua-Laatzium zu. „Ein Schwimmbad ist ein geschützter Bereich, gerade deshalb ist es wichtig, dass unsere kulturellen Regeln eingehalten werden“, so Amtsrichter Olaf Wöltje. Diese Werte müsste der Angeklagte eigentlich kennen. Er lebt seit 2000 in Deutschland, spricht deutsch und lernt einen anspruchsvollen Beruf. Seine Kinder sind in Deutschland geboren.

Der Angeklagte saß mit etwa fünf weiteren Personen im Whirlpool. Da stieß die junge Frau mit drei Freundinnen dazu. Es sei supereng gewesen, so Sarmad S. In dieser Situation grapschte er der Schülerin an den Innenschenkel bis kurz vor den Schambereich. Anschließend versuchte er ihre Hand zwei Mal zu seinem Genital zu ziehen.

„Ich war megageschockt“, sagte das Opfer aus. Sie habe nichts zu dem Mann gesagt. Etwa drei bis vier Minuten habe die Grabscherei gedauert. Eine Freundin der Schülerin (18) blaffte S. an: „Was soll das?“ Der Angeklagte habe sich daraufhin abgewandt.

Im Schwimmbad waren auch noch sein Sohn und seine Tochter. „Stellen Sie sich vor, dass wäre Ihrer Tochter passiert“, sagte der Richter zum Angeklagten. Sarmad S. entschuldigte sich mehrmals bei der Schülerin. Doch bis zur Verhandlung hatte er die Tat nicht gestanden.

Auch deshalb fand die Mutter des Opfers das Geständnis halbherzig. Holger Kleine-Tebbe, Anwalt der Schülerin meinte: „Ohne Geständnis wäre es eine Freiheitsstrafe geworden.“ Das deutete auch Richter Wöltje an.

Die junge Frau hat die sexuelle Belästigung gut überstanden. Sie musste nicht zum Arzt und war seit dem Vorfall auch wieder im Aqua-Laatzium schwimmen.

In Laatzen hat man Maßnahmen gegen unangemessenes Verhalten von Badegästen ergriffen. „Wir haben im Eingangsbereich Hinweistafeln in mehreren Sprachen aufgehängt“, sagt Britta Pötter, Pressesprecherin des Aqua-Laatziums. Außerdem habe man (unabhängig von diesem Fall) die Höchstzahl der Personen im Whirlpool auf acht begrenzt.

Von Thomas Nagel


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