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Meine Stadt Anwalt spricht von Beweismanipulation
Hannover Meine Stadt Anwalt spricht von Beweismanipulation
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00:16 06.07.2017
Quelle: dpa
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hildesheim

Ein Staatsanwalt, der sich entschuldigt. Ein Richter, der sich rechtfertigt. Ein Anwalt, der der Polizei Beweismanipulation vorwirft. Der „Lovemobil-Prozess“ im Landgericht Hildesheim endete gestern mit einem Freispruch des Angeklagten (45). Das Justizdrama erster Teil ist damit abgeschlossen.

In einigen Monaten wird Martin H. (29) vor Gericht stehen. Er soll nun am 4. November die Prostituierte „Sissy“ (40) auf einem Parkplatz bei Peine erwürgt haben. Gestern erklärte Richter Peter Peschka, dass das Handy von H. zur Tatzeit in der Funkzelle am Tatort eingeloggt war. Eine anonyme Aussage hatte die sensationelle Wende in dem Prozess gebracht. Ihn belasten auch DNA-Spuren unter den Fingernägeln des Opfers.

„Die Wahrscheinlichkeit eines Fehlurteils wäre sehr hoch gewesen. Mit tut es für sie unendlich leid“, sagte gestern Staatsanwalt Wolfgang Scholz zum Angeklagten. Anwalt Olaf Klemke war das nicht genug. „Wenn sich der Zug der Justiz erstmal in Bewegung gesetzt hat, braucht es ein Wunder, um ihn zu stoppen“, warf er Polizei und Justiz Einseitigkeit vor. So seien entlastende Zeugenaussagen ignoriert worden. Man hätte nur nach Widersprüchen in der Aussage seines Mandanten gesucht. Der Anwalt meinte, dass die Ermittler dem Beschuldigten „Täterwissen“ untergeschoben hätten. So seine eine mehr als zweistündige Beschuldigten-Befragung nicht protokolliert worden. Im Erinnerungsprotokoll der Polizisten sei dann aufgetaucht, dass der 45-Jährige von “Sissys“ gestohlenen Tageseinnahmen gewusst habe. Klemke: „Es wurden Beweise konstruiert, um meinen Mandanten hinter Gitter zu bringen.“

Richter Peschka hatte während des Plädoyers demonstrativ am Anwalt vorbeigeschaut. Er machte deutlich, dass das Gericht viel Aufwand betreiben wollte, um das Verbrechen aufzuklären. Das Gericht hatte für den Indizienprozess 41 Zeugen geladen und 15 Verhandlungstage angesetzt. Er listete auch auf, was den Angeklagten so verdächtig machte: Er war der letzte Freier von „Sissy“. Bei der Tatortrekonstruktion habe er sich in Widersprüche verwickelt. Ehemalige Freundinnen des Mannes hatten von Gewalt berichtet. Und: „Warum hat er die Straftat nicht gemeldet?“ Der Angeklagte hatte beobachtet, wie Martin H. das „Lovemobil“ durchsuchte. Es aber nicht gemeldet.

Nun erhält er für 176 Haftage und die Durchsuchungen eine Entschädigung. Der Richter: „Es ist klar, dass die Entschädigung den erlittenen Schaden nicht wieder gutmachen können.“

Von thomas nagel

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