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Meine Stadt Anna Leine: Besonders ist hier normal
Hannover Meine Stadt Anna Leine: Besonders ist hier normal
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00:17 03.10.2015
EINDECKEN: Judith Hage-neier und Mustafa Cicek sind Service-Kräfte im „Anna Leine“ und bereiten die Tische für die Gäste vor. Das Kaffeehaus bietet 60 Plätze. Quelle: Behrens
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Hannover

Von heute an gibt es in Hannover ein besonderes Café - das Wert darauf legt, ganz normal zu sein: „Anna Leine“ heißt es, liegt am Hohen Ufer, im Erdgeschoss der neuen Volkshochschule, und wird betrieben von den Hannoverschen Werkstätten (HW). Das heißt: Hier arbeiten 24 geistig oder psychisch beeinträchtigte Menschen, zwischen 20 und 53 Jahren alt. Sie wurden zwei Jahre von Service-Chefin Eske Nentwig (53) auf ihren Job vorbereitet, in der Küche hat Alexander Locmelis (30) das Sagen. „Wir sind dafür da, dass die Arbeitsaufträge umgesetzt werden“, erklärt Nentwig.

Locmelis sagt: „Ich koche nicht, ich zeige nur, wie es geht.“ Da ist einfache Ansprache gefragt, teilweise helfen Bilder und Arbeitsgangbeschreibungen, anstehende Aufgaben zu erledigen. Der Küchenchef ist zuversichtlich: „Bisher bin ich sehr zufrieden. Das meiste wird sich nach und nach in der Praxis ergeben, wenn das Café öffentlich ist.“ Also von heute an. Die Speisekarten sind gedruckt, in den ersten Tagen wird aber nicht alles angeboten, erst wenn alles eingespielt ist.

Auf jeden Fall gibts schon mal den Tomate-Mozzarella-Brotsalat und die Curry-Wurst-Pommes mit einer von Locmelis geschaffenen Sauce (sehr lecker!). Und wo immer es geht, sollen regionale Zutaten und Vorprodukte benutzt werden. Dazu gehört etwa die Belieferung mit Back- und Fleischwaren der HW selbst (betreiben seit Jahren Betriebskantinen und bieten einen Partyservice).

„Für uns ist das ein Leuchtturmprojekt - wir gehen mitten in die Gesellschaft“, sagt Christine Her-brig (46), Sprecherin der HW. Am besten fände sie es, „wenn die Leute hier reinkommen, die historischen Fotos an der Wand sehen, die Einrichtung schön finden und sich freuen, was es hier für guten Service und leckeres Essen gibt - und dann staunen: Ach, das machen Behinderte?“ Denn das Kaffeehaus will kein Behindertencafé sein.

„Anna Leine“ öffnet montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr. Es gibt eine SB-Theke und Bedienung, Frühstück und Mittagstisch. Der Anspruch: „Crossover mit einer Prise Niedersachsen, von rustikal bis exotisch, traditionell und international“ - auch für Veganer wird es was geben.

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