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Meine Stadt Angst vor Ausschreitungen
Hannover Meine Stadt Angst vor Ausschreitungen
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23:14 30.09.2010
Rund um die AWD-Arena wird es auch zum Pauli-Spiel verstärkte Sicherheitsvorkehrungen geben. Quelle: Petrow

HANNOVER. Höchste Gefahrenstufe: Das heutige Bundesligaspiel zwischen Hannover 96 und dem FC St. Pauli hat die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Zwischen den Fanlagern der beiden Nordklubs herrscht traditionell eine große Rivalität. Bundespolizei-Sprecher Detlef Lenger erwartet „eine brisante Begegnung“. Und das nicht nur auf dem Spielfeld: „Wir versuchen, die Fans der Mannschaften getrennt zum Stadion zu leiten.“ So sollen Konfrontationen vermieden werden. Man erwarte auch „gewaltbereite Fans“.

„Durch die Fan-Freundschaft zwischen 96 und dem Hamburger SV wird St. Pauli automatisch zum Rivalen“, erklärt Hardy Grüne, Autor der 96-Chronik „Rote Liebe“. Im Rahmen der „Nordkoalition“ könnten auch Fans von Arminia Bielefeld und dem Hamburger SV anreisen und so ein Hass-Dreigestirn gegen die Pauli-Anhänger bilden. „Es ist für uns ein Spiel mit erhöhtem Risiko“, sagt 96-Stadionchef Thorsten Meier, „Im Stadion und direkt davor haben wir das im Griff, wir sind wie immer auf alles vorbereitet“, sagt er. Doch was vor und nach dem Spiel in der Stadt passiert, liegt außerhalb des Kontrollbereichs von 96.

Bernd Kirschning, Einsatzleiter Fußball bei der Polizeiinspektion West, will „keine Horrorszenarien“ zeichnen. Man habe die Fangruppierungen angeschrieben und sie zu gegenseitigem Respekt aufgerufen. Trotzdem sei man auf alle Eventualitäten vorbereitet, zumal St. Pauli als Erstligist für Hannovers Polizei ein Novum sei. Ob, wie es heißt, wirklich mehrere hundert Problemfans anreisen werden, wisse er nicht: „Unsere szenekundigen Beamten haben das aber im Blick.“

Bei der letzten Begegnung der beiden Klubs im Januar 2008 in Hamburg gabs am Rande des Testspiels (2:2) zwischen dem Erst- und Zweitligisten kleinere Fan-Ausschreitungen auf dem Heiligengeistfeld. Damals machte die Polizei den Fehler, die Rivalen nicht von vornherein rigoros zu trennen. Mehr als 600 Polizisten haben nach NP-Informationen Bereitschaft. Mit bis zu 7000 Pauli-Anhängern rechnet der 96-Fanbeauftragte Frank Watermann heute Abend in der mit 49.000 Besuchern ausverkauften AWD-Arena.

Zum einzigen Bundesligaduell zwischen 96 und St. Pauli in Hannover (2:2) kamen vor fast 22 Jahren rund 20.000 Zuschauer ins Niedersachsenstadion. Das letzte Punktspiel in Hannover liegt knapp zehn Jahre zurück: Im Dezember 2000 sahen 22.335 Fans das 1:1 im Montagsspiel der Zweiten Liga. Die Polizei konstatierte nach dem damaligen Spitzenspiel: keine besonderen Vorkommnisse.

„Wir sind davon überzeugt, dass unsere Fans und die des FC St. Pauli an einem fairen Spiel interessiert sind, und setzen auf ihre Eigenverantwortung“, sagt 96-Sprecher Andreas Kuhnt. thl/seb

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