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AN DER FRONT: Georg Jochem hat immer wieder heftigen Streit mitseinem Nachbarn – und hat ihn nun sogar wegen Körperverletzungangezeigt.

AN DER FRONT: Georg Jochem hat immer wieder heftigen Streit mit seinem Nachbarn – und hat ihn nun sogar wegen Körperverletzung angezeigt.© Frank Wilde

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Justiz

An seinem Gartenzaun herrscht Krieg

Deutschlands berühmtesten Nachbarstreit hat Entertainer Stefan Raab zu einem Lied gemacht. Über den Knallerbsenstrauch am Maschendrahtzaun hat die ganze Nation gelacht. Eine harmlose Geschichte verglichen mit dem Nachbarkrieg, der seit acht Jahren in der Neubausiedlung Am Erdbeerfeld in Laatzen-Grasdorf tobt.

Laatzen. Um einen Zaun, angeblich zu laute Musik, Fußballfahnen, wiederkehrende Beleidigungen und massive Bedrohungen. Vorläufiger Höhepunkt ist eine erhebliche Körperverletzung. Der eine Nachbar (44) soll den anderen verfolgt und ihm den linken Mittelhandknochen gebrochen haben.

Der Verletzte, Bühnenhandwerker Georg Jochem (45), erstattete Strafanzeige. Nach etlichen vorangegangenen Verfahren, die als Bagatelle eingestuft und eingestellt wurden, wird es nun zu einem Strafprozess kommen. In einem zivilrechtlichen Gewaltschutzverfahren hat eine Amtsrichterin dem Nachbarn bereits untersagt, Jochem näher als 20 Meter zu kommen. Ausgenommen davon sind nur die enger aneinandergrenzenden Einfamilienhaus-Grundstücke - dort versperrt aber ein hoher Zaun die Sicht.

Georg Jochem ist seit dem 15. August krankgeschrieben. Seine Hand kann er immer noch nicht richtig bewegen. Er sei mit dem Motorrad unterwegs gewesen und der Nachbar habe ihn mit seinem Auto verfolgt und ihm den Weg versperrt, sagt er. Er habe ihn als „Arschloch“ und „Wichser“ tituliert und an seiner Hand gezerrt, bis es knackte. Ein Zeuge, der auf seinem Fahrrad vorbeigekommen war, bestätigte dies vor Gericht. Der Angreifer sei sehr aggressiv gewesen und habe gedroht, die Familie des anderen auszulöschen, wenn er „nicht die Schnauze hält“. Der Betroffene dagegen habe sich passiv verhalten. Seit er mit seiner Familie in der Straße Am Erdbeerfeld gebaut habe, gebe es Streit, sagt Georg Jochem. Einer der ersten Punkte sei ein Bretterzaun gewesen, dessen hässliche Seite zu seinem Grundstück zeigte. Das habe der Nachbar ändern müssen. Nun ziert ein 1,80 Meter hoher weißer Zaun die Grenze. Streit habe es gegeben, um Musik, die sein Sohn - inzwischen 18 Jahre alt - als Kind gehört habe. Um die Fußballfahnen im Garten. Jochems Sohn ist Bayern-Fan, der Sohn des Nachbarn schwärmt für 96. Hauptursache für den fortwährenden Krieg sei aber die Ausländerfeindlichkeit des Nachbarn, so Jochem, der aus Polen stammt. Der Mann habe seine Familie wiederholt als „Pollacken“ beschimpft, vor denen man sein Grundstück schützen müsse, damit nichts geklaut wird.

„Die Anfeindungen haben sich gesteigert“, sagt Jochems Anwalt Arne Ritter. Es habe bereits 2009 wegen Beleidigungen einen Täter-Opfer-Ausgleich beim Verein Waage gegeben. Der Nachbar habe 500 Euro zahlen müssen. Genützt habe das ebenso wenig wie die Vereinbarung bei einer Schiedsfrau. Bis zur Körperverletzung habe die Staatsanwaltschaft aber alle Verfahren mit Verweis auf eine Privatklage eingestellt. Und was sagt der Nachbar dazu, der auch einen Anwalt hat? Er bestreitet, Jochem die Hand gebrochen zu haben, zumindest sei ihm nicht bewusst, ihn berührt zu haben. Ausländerfeindlich sei er keineswegs, sagt der selbstständige Kaufmann. In seiner Firma würden auch Polen arbeiten. Das mit den „Pollacken“ sei ihm mal so rausgerutscht, aber nicht ernst gemeint gewesen. Der Streit mit den Nachbarn habe sich am Zaunbau entzündet. Er gebe zu, dass er gestichelt habe. „Ich bin ein Querkopf“, aber der Nachbar, der ihn „auf die Palme“ bringe, sei das auch: „Er guckt immer so aggressiv.“ Vielleicht habe das mit Neid zu tun, denn er habe fünf Autos vor der Tür, darunter einen Porsche. Eigentlich wolle er sich nicht streiten. Die Beagle-Hündin der Jochems und sein West-Highland-Terrier würden sich ja auch mögen. Im Grunde sei das alles „Kinderkram“.


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