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Meine Stadt Altpapier: Blauer Sack soll künftig Geld kosten
Hannover Meine Stadt Altpapier: Blauer Sack soll künftig Geld kosten
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13:01 18.10.2017
SOLL BALD GELD KOSTEN: Blauer Sack für Altpapier in der Region Hannover  Quelle: Franson
HANNOVER

Mehr als 40 Millionen blaue Säcke verteilt Abfallentsorger Aha jährlich in der Region, damit die Menschen ihr Altpapier darin zur Entsorgung bereitstellen können, sofern sie keine Tonne oder keinen Container zur Verfügung haben. Bislang gibt es die Papiersäcke wie die gelben Säcke für Leichtverpackungen kostenlos im Einzelhandel – das soll sich bald ändern: Das Aha-Management möchte, dass die Sack-Nutzer künftig einen Euro pro Rolle berappen müssen – und hat einen entsprechenden Antrag für den „Schutzgebühr“ getauften Preis in die Regionsversammlung eingebracht, über den als erstes die Ausschuss für Abfallwirtschaft am 26. Oktober beraten wird.

Von der NP auf das Ansinnen angesprochen, erklärt Aha-Sprecherin Helene Herich, dass der blaue Altpapiersack „schon länger in der Kritik“ stehe. So sei er „zwar praktisch – aber schlecht für die Umwelt“. Zudem würden die blauen Säcke „vermehrt zweckentfremdet genutzt“ – also da wird der Sack als Müllsack für den Restabfall im Haushalt eingesetzt, da er ja recht stabil ist. Sogar Gastronomen nehmen laut Aha gerne mal den kostenlosen Sack statt selbst entsprechende Säcke zu kaufen, das treffe auch auf Einzelhändler und Tankstellen zu. Herich: „Wenn man auf den Plastiksack verzichtet, schont man Ressourcen und somit die Umwelt. Im Einzelhandel kosten bereits heute Plastiktüten Geld. Ziel ist es, die Plastikflut einzudämmen.“ Während vor einigen Jahren noch 20 Millionen Säcke verteilt wurden, ihre Zahl also mehr als verdoppelt wurde, sei die eingesammelte Papiermenge seither nicht gestiegen, argumentiert das Aha-Management.

Der Sack an sich soll bleiben, wie er ist: 30 Liter fassend, 20 Stück pro Rolle, doch umsonst ist dann Vergangenheit, Aha will eine „Schutzgebühr“ in Höhe von einem Euro je Rolle erheben. „Ein Altpapiersack kostet künftig somit fünf Cent“, rechnet Herich vor. Als Alternative empfiehlt Aha „die kostenlose blaue Altpapiertonne“. Mehr über Details und Gründe und Hoffnungen will Aha nicht sagen – die Frage soll „vorerst im politischen Raum behandelt“ werden.

Bleibt es in etwa bei der verteilten Stückzahl, würde das Einnahmen von zwei Millionen Euro pro Jahr für Aha bedeuten. Vor drei Jahren bezifferte Aha seine Kosten für den Kauf von rund 44 Millionen blauen Säcken auf rund 1,1 Millionen Euro, erwartet wurde, dass etwa die Hälfte zweckentfremdet wird, also gut 550.000 Euro Kosten entstünden, die nicht sein müssten.

Von Ralph Hübner

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